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Samstag, 15. März 2014

Unverhofft kommt oft......

Hallo mal wieder und schön, dass ihr noch dabei seid.

Die letzte Woche ist einiges bei uns passiert: Wir hatten eigentlich den Entschluss gefasst, dass wir dieses Jahr 2 Wirtschaftsvölker und einen Ableger kaufen wollten. Zusätzlich wollten wir 2 eigene Ableger erstellen, wodurch wir am Ende des Jahres auf 5 Völker gekommen wären.

Nun benutze ich aber die Wörter "eigentlich", "wollten" und "wären". Irgendwas scheint also nicht so ganz nach Plan gelaufen zu sein.......


Aber der Reihe nach. Wir waren am 2. Samstag im März bei unserem Wochenende-Einkauf bei einem Bio-Bauernhof in der Nähe, als ich ein Regal mit verschiedenen Honigen entdeckte. Ich bin beim Eingang dann direkt nach rechts abgebogen im Richtung Honig-Regal, während meine Frau nach links zum Gemüse gegangen ist. Ich habe mir dann mal die Vielfalt und die Preise der einzelnen Sorten des Honigs angeschaut und verglichen.
Anscheinend hatte ich mich ein wenig intensiver mit dem Honig beschäftigt als ein normaler Kunde, denn auf einmal sprach mich ein Mann in grüner Latzhose an und verwickelte mich in ein Gespräch über Honig, Bienen, Bestäubung und Obst. Im Laufe des Gesprächs hat sich herausgestellt, dass der Herr der Obstbauer des Biohofs ist.
Natürlich habe ich ihm von unseren Plänen von der Imkerei erzählt und er schien auch sehr interessiert an meinen Ausführungen und Plänen. Kurze Zeit später fragte er mich, ob ich ein paar Minuten Zeit hätte. Ich bejahte und er nahm mich mit zu einer Führung über den Hof. Besonders beeindruckend fand ich die mehr wie einen Hektar große Obstplantage. Dort wächst alle: von Äpfeln über Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Himbeeren und auch Stachelbeeren. Beim Rundgang fragte er mich, ob ich nicht evtl. Interesse hätte, ein paar Völker in der Plantage zu deponieren.
Die Obstfelder sind toll, von allen Seiten mit wilden Bäumen und Büschen geschützt, immer jede Menge Leute, die ein Auge auf den Beuten haben, ein Bio-Betrieb, welcher Rücksicht auf die Bienen nehmen möchte.....für uns erschien es sehr verlockend.
Zuvor mussten wir aber aber noch die Erlaubnis von dem Geschäftsführer einholen. Leider mussten wir dafür aber das Wochenende abwarten. Die Erlaubnis selbst zu bekommen stellte sich aber erstaunlicherweise als nicht sehr Schwierig heraus; es war nach 3 oder 4 Telefonaten erledigt. Der Geschäftsführer ließ seinen Mitarbeitern in solchen Dingen freie Hand und er hatte auch nichts dagegen.

Mittwoch bekam wir das OK und wollten Abends bereits nochmal auf den Hof fahren, um mit dem Obstbauern alles weitere zu besprechen. Wir begrüßten ihn und er nahm uns alle mit in die Plantage. Dort erzählte er uns, dass er eigentlich schon einen Imker habe, der normalerweise jedes Jahr komme und 15 bis 20 Völker zu den Obstbäumen stellen würde. Allerdings gab es letztes Jahr einen Streit mit dem Imker, denn dieser wollte nach einer jahrelangen Symbiose zwischen dem Bio-Hof und dem Bio-Imker plötzlich Geld für die Bestäubungsleistung seiner Bienen haben. Dies konnte der Obstwirt allerdings nicht entscheiden, da er selbst dort nur ein Angestellter an dem Hof ist. Seit diesem Vorfall hat der Imker sich nicht mehr gemeldet oder gar blicken lassen...

Wir mussten dem freundlichen Herrn allerdings mitteilen, dass wir auf eine so große Völkerzahl noch nicht zurück greifen können, da wir dieses Jahr selbst erst mit der Imkerei beginnen. Er signalisierte trotzdem Interesse und so haben wir uns einen schönen Platz in den Obstbäumen ausgesucht. Leider konnte er uns nicht anbieten, den Honig auch in dem sehr großen und gut besuchten Hofladen anzubieten, denn dafür müsste unsere Imkerei/unser Honig ein Bio-Siegel besitzen, was es leider noch nicht hat.
Zu Hause ging es wieder ans Telefon: Wir wollten vom Züchter unseres Vertrauens wissen, ob er dieses Jahr noch weitere Völker an uns liefern könne. Er sagte uns 5 weitere Völker zu; diese allerdings erst zum Ende Juni, Anfang Juli.
Wir sagten sofort zu und begannen mit der weiteren Bestellung: 5 weitere Beuten, hunderte Rähmchen, 16 kg Bio-Mittelwände, Futtersirup, Abfüller und ein digitales Honigrefraktometer. Es war 1:30 Uhr am Donnerstag Morgen, als wir endlich ins Bett sind; aber mit einem Plan im Kopf.
Wir werden die zwei für April bestellten Wirtschaftsvölker und den 3-Waben-Ableger in die Obst-Felder stellen, von den 2 Wirtschaftsvölkern wollen wir dann Ende April - Anfang Mai jeweils einen Ableger machen; jeweils einer kommt zu uns in den Garten und der andere zu dem Ehepaar, welches uns ihren Garten bereits 2-3 Wochen vorher zur Verfügung gestellt hatte. Wenn die 5 weiteren Ableger im Juni kommen, werden wir diese so verteilen, dass wir in dem Obst-Feldern 5, bei dem netten Ehepaar 3 und bei uns im Garten 2 stehen haben werden. Dies bedeutet aber auch, dass wir Ende des Jahres 10 Völker gegen die Varroa-Milbe behandeln müssen und alle 5 dann auch noch einfüttern müssen.....mal sehen wie das alles klappt.

Am Freitag Abend sind wir dann nochmals auf den Hof gefahren, um dem Herrn mitzuteilen, wie wir es vor haben und wie der Zeitplan ungefähr aussieht. Wir hatten unseren kleinen Sohn dabei und er hatte sehr viel Spaß auf dem Hof, denn dort gab es sehr viel für ihn zu entdecken: Hühner, Wachteln, Tauben,Esel......und auch Hasen. Diese werden dort gezüchtet, um dann später in der Metzgerei in der Theke zu liegen. Die Tiere hatten alle einen sehr großen und gepflegten Stall, die Tiere sahen sehr gepflegt und gesund aus. Die Tiere hatten keinerlei Angst vor Menschen, kamen an das Gitter gehoppelt und ließen sich streicheln. Einer dieser Hasen, ein schneeweißer hatte nur noch ein Ohr. Es war keine Wunde mehr zu sehen, also musste das Geschehene schon weiter zurück liegen. Wir fragten die Dame, welche die Tiere gerade fütterte, was denn passiert sei. Sie antwortete, dass der Fuchs eines Nachts durch eine kleine Öffnung im Zaun herein sei und sich den Hasen schnappen wollte. Dabei hat der Hase zwar sein Ohr verloren, sein Leben aber behalten können.
Uns tat der Hase so leid, dass wir heute Vormittag einen Käfig, Einstreu, Heu und Stroh besorgten und zu Hause vorbereiteten. Bei unserem normalen Wocheneinkauf, am Samstag, auf dem Bauernhof traten wir an die Pflegerin der Hasen heran und fragten sie, ob sie uns den Hasen verkaufen würde.....und was soll ich sagen? - Wir sind nun Besitzer eines (Ein)Ohr-Hasens. Er ist noch ein wenig scheu, aber wohl auf.

So schnell kann es gehen und sich weiter entwickeln.


Viele liebe Grüße Eure


Familie Fuchs

Freitag, 7. März 2014

So schnell kann es gehen.....

Hallo. Wir hoffen, es geht euch allen gut.


Vor 3 Wochen haben wir bei verschiedenen Leuten bei uns in der Stadt geklingelt und haben gefragt, ob wir ein kleines Eckchen in ihrem Garten mieten können um dort ein paar Beuten inklusive Bienen aufzustellen. Unter anderem haben wir in einer Gärtnerei hier im Ort gefragt. Jedoch zeigten sich die Besitzer etwas unsicher, weil sie Angst um ihre Mitarbeiter hatten. Auf dem Heimweg kamen wir an einem total verwilderten Gartengrundstück vorbei. Sofort klingelten wir bei den Nachbarn dieses Grundstücks. Diese gaben uns bereitwillig Auskunft und sagten uns, wo die Besitzer wohnen. Sie fragten uns aber auch nach unserer Telefonnummer, da sie ein paar Obstbäume besitzen und die Ernte nicht mehr so gut sei. Sie wollten uns mal anrufen und uns einen Stellplatz für ein paar Völker zur Verfügung stellen. Noch am selben Abend klingelten wir bei den Besitzern des verwilderten Grundstücks und erkundigten uns nach diesem. Leider mussten wir erfahren, dass der Garten ab dieser Saison selbst von den Eigentümern hergerichtet werden sollte. Wir waren ein wenig niedergeschlagen und gingen nach Hause.

Allerdings ließen uns die netten Nachbarn keine Ruhe. Sie machten auf uns den Eindruck, als würden sie schon lange hier wohnen und hätten evtl. den ein oder anderen Kontakt mit Garten für uns.
Aus diesem Grund bin ich ein paar Tage später nochmals alleine zu ihnen gelaufen und teilte ihnen die Antwort der Besitzer mit. Sogleich bedankte ich mich aber nochmals für die freundliche Unterstützung und fragte sie, ob sie sich vielleicht mal etwas umhören könnten, ob nicht irgendjemand ein kleines Grundstück zu vermieten oder verkaufen hat. 

Die Eheleute überlegten kurz und boten uns dann in ihrem Garten einen Platz für 3 Beuten inkl. Bienen an. Wir waren total happy und gingen heim.

Mein Frau und ich haben uns eine Woche spater zusammen gesetzt und haben uns mal unterhalten, wie es mit unserer Imkerei weiter gehen sollte. Meine Frau wollte die Chance beim Schopfe packen und den uns angebotenen Platz mit 3 Ablegern füllen. Also haben wir kurzentschlossen noch 3 weitere Beuten, ein bißchen weiteres Material und einen Ableger beim Züchter unseres Vertrauens bestellt.

Nun starten wir mit zwei Wirtschaftsvölkern und einem Ableger. Zusätzlich wollen wir aus jedem Wirtschaftsvolk einen Ableger erstellen, sodass wir (hoffentlich) mit fünf Völkern in den Winter gehen.

Die Beuten sind alle vorbereitet, die Mittelwände sind in die Rähmchen eingelötet, die Brutraumrähmchen sind mit Abstandhaltern versehen und warten nur auf ihren Einsatz.

Am 7. März haben wir eine Verabredung mit den Besitzern des Gartens zu einer Besichtigung des Grundstücks und zum aussuchen des Stellplatzes.


Viele liebe Grüße

Familie Fuchs

Sonntag, 26. Januar 2014

Drohnen schneiden - Pro und Contra

Hallo und willkommen in unserem Blog.
Es freut uns, dass ihr uns weiter folgt, euch für unsere Imkerei und unser Vorankommen interessiert.
Bevor wir zum heutigen Thema kommen, möchten wir euch von einem großen Problem erzählen, vor welchem wir gerade stehen: Da wir keinen allzu großen Garten haben, haben wir hier auch nur begrenzten Platz für Beuten. Aus diesem Grund war ich letzte Woche bei unserer Stadtverwaltung, um mal nachzufragen, an wen man sich wenden kann, wenn man einen Schrebergarten in Flörsheim, Wicker oder Weilbach pachten möchte. Die Antwort hat mich umgehauen. Der für die Gärten zuständige Sachbearbeiter sagte mir, dass es eine Wartezeit von 7 Bis 10 Jahren gibt! Das ist absolut erschreckend, da wir hier schon ein wenig ländlich wohnen, mit vielen Feldern und Wäldern darum herum. Jetzt versuchen wir die Besitzer von abgezäunten, unbenutzten Freiflächen ausfindig zu machen um sie zu fragen, ob die Fläche zu vermieten ist. Dies ist allerdings auch ein schwieriges Unterfangen, weil es nicht immer einfach ist den Besitzer eines Grundstücks heraus zu finden.

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema: Was macht man (wir) mit der Drohnenbrut?
In vielen Imker-Büchern wird das Drohnenbrut schneiden propagiert. Auch in dem wohl bekanntesten Buch von Dr. Gerhard Liebig - Einfach imkern. Es ist eines der Standardwerke für den Einstieg in die Imkerei. Dieses Verfahren soll die Varroar Population verringern, da die Milbe wohl Drohnenbrut bevorzugt. Es ist schon richtig, dass die Milbe Drohnenbrut bevorzugt, allerdings anscheinend nur die Zellen, welche bereits mehrfach bebrütet und somit mehrere Puppenhäutchen enthält. Aus dem gerade genannten Grund macht es auch wenig Sinn den Baurahmen ständig auszuschneiden, denn das Rähmchen wird danach wieder mit neuem Wabenbau errichtet.
Wie haben von Imkern gelesen, die sich die Mühe gemacht haben, eine verdeckelte Drohnenbrutwabe in das Gefrierfach zu legen, die Puppen auszuschlagen und die Varroen auszuzählen: Es waren in der gesamten Wabe 7 Milben zu finden. Und das rechtfertigt dieses Vorgehen wohl kaum. 
Außerdem besteht durch das ständige Drohnenbrutschneiden ein permanenter Drohnenmangel, wodurch es zu Problemen bei der Begattung einer neuen Königin kommen kann. Dies ist sehr problematisch, wenn man im Frühjahr Ableger erstellen möchte und die neue Königin am Stand nicht begattet werden kann, weil keine Drohnen vorhanden sind.

Bei uns kommt sogar noch ein weitere Beweggrund hinzu: Wir haben im Ort einen weiteren Imker mit 2 oder 3 Völkern im Garten. Diesen haben wir im Juli oder August schon einmal besucht. Bei unserem Besuch hat er uns sehr viele, interessante Dinge erzählt und gezeigt. Unter anderem hat er uns natürlich voller Stolz seine Beuten inkl. Bienen gezeigt. Als wir uns den Beuten allerdings (von hinten!) näherten, wurden wir im Abstand von ca. 3m heftigst attackiert. Er entschuldigte sich dafür und sagte uns dass dies zu dieser Jahreszeit normal sei. Später fanden wir heraus, dass es nicht so sein muss. Da wir niemanden vor den Kopf stoßen wollen, haben wir den Imker natürlich nicht auf seine Stecher angesprochen. Allerdings haben wir für uns beschlossen, dass wir unsere Drohnen frei fliegen lassen wollen, vielleicht bekommen wir es ja hin, dass seine neuen Königinnen von unseren Drohnen begattet werden und er es auch etwas einfacher hat.

Wir denken einfach, die Drohnen gehören in ein Bienenvolk und sollten dort auch bleiben. So ein kleiner Massenmord alle 3 oder 4 Wochen muss ja auch nicht sein. Die Herren werden im Herbst eh mehr oder weniger unsanft vor die Tür gesetzt.

Da bei uns aber immer alles (bis jetzt noch) graue Theorie und Wunschdenken ist, wollen wir uns natürlich jede Möglichkeit zu Varroa-Bekämpfung offen lassen. Und deshalb werden wir im Brutraum (zumindest am Anfang) mit Mittelwänden arbeiten und einen Baurahmen einhängen. Dann werden wir uns halt mal ein paar verdeckelte Zellen anschauen und die Varroa-Belastung auszählen. Sollte diese sehr hoch sein, kann man die Wabe ja immer noch ausschneiden und einschmelzen. Falls die Belastung nicht so hoch sein sollte, kann man den Test bei der nächsten Bebrütung wiederholen und dann ggf. ausschneiden.
Nur wohin mit der ausgeschnittenen Wabe, welche dann die Drohnenmaden enthält? Vermeiden sollte man es, diese auf den Kompost zu schmeißen oder gar in einen Baum zu hängen, damit ihn die Vögel auspicken können. Auch an Nutztiere sollte man sie nicht verfüttern. Das Problem ist dabei, dann man nicht ausschließen kann, dass nicht ein paar Bienen aus benachbarten Völkern von den Waben angelockt werden und sich mit evtl. mit noch nicht vom Imker entdeckten Bienenkrankheiten anstecken.
Auch das ausschmelzen kann das ein oder andere Problem auftreten: So hinterlassen die Drohnenmaden z.B. ein sehr unschönes Bild im Sonnenwachsschmelzer, wenn sie im Sieb hängen bleiben. Dies kann man umgehen, wenn man ein Stück Gärtner-Vlies unter das Rähmchen legt. Der Wachs schmilzt, fließt durch das Vlies, durch das Sieb und dann in die Wachsauffangschale. Die Maden hingegen bleiben auf dem Vlies liegen und können z.B. in die Bio-Tonne entsorgt oder vergraben werden.

Ich denke mi unserer Vorgehensweise haben wir einen guten Mittelweg gefunden und die Zukunft wird es zeigen, ob es so funktioniert, wie wir uns das Vorstellen.


Viele Grüße und hoffentlich bis zum nächsten mal



Eure Familie Fuchs




Samstag, 11. Januar 2014

Futter - Was gibt man Bienen wenn man den Honig geerntet hat?

Hallo.
Mit dem Thema der Bio-Imkerei haben wir auch unweigerlich einen Ausflug in das Thema des geeigneten Futters für die Bienen gemacht. Wenn man den Kleinen im Sommer ihre Vorräte in Form von Honig weg nimmt, muss man ihnen einen adäquaten Ersatz anbieten, damit die Bienen den Winter überleben und im neuen Jahr gut starten können.
Man steht vor der Entscheidung ob man Kristallzucker mit Wasser selbst mischt, invertierten Zuckersirup oder einen künstlichen Zuckersirup (auf Mais oder Weizenbasis) kauft.
Da ich zu diesem Thema noch keine Studien gefunden haben, mussten wir uns selbst einlesen und eine Entscheidung treffen, welche ich hier gerne erläutern möchte: Die Bienen fliegen zu den Blüten einer Pflanze und sammeln dort Nektar. Der Nektar besteht aus verschiedenen Zuckerarten und ist durch einen hohen Wasseranteil relativ flüssig. Die Biene gibt dem Nektar verschiedene Enzyme zu, welche die Sacharose (eine Zuckerart) in Glucose und Fructose aufspaltet. Ebenfalls dickt die Biene den Nektar ein, damit er nicht aus den Waben läuft und haltbarer wird.
Wir für unseren Teil haben entschieden, da wir der Biene schon ihren Wintervorrat weg nehmen, sollten wir sie nicht noch zusätzlich mit dem invertieren von Zuckerwasser belasten.
Ich kann nicht sagen, ob diese Entscheidung richtig oder falsch ist, für uns fühlt sie sich aber richtig an. Wir haben schon darüber nach gedacht, die Bienen auf Honig überwintern zu lassen, es gibt aber spezielle Anforderungen an den Honig, der für die Überwinterungen der Bienen in der Beute verbleibt. Dieser darf z.B. nicht aus Waldhonig sein, da dieser über den Winter auskristallisieren kann und die Bienen ihn dann nicht mehr fressen können und somit verhungern würden. Außerdem sind dunkle Honige sehr ungeeignet, denn sie belasten die Kotblase den Winter über nur unnötig, weil diese Honige sehr viele Mineralien enthalten. Da wir als Neulinge aber noch nicht über die nötig Erfahrung verfügen, die Honige von einander zu unterscheiden, lassen wir es am Anfang lieber. Warum das Leben der Bienen aufs Spiel setzten, wenn man sie auch mit einer Alternative sicherer durch den Winter bekommen kann?

Als Alternative kann man seinen Bienen auch ein Zucker-Wasser-Gemisch auftischen. Dieses muss die Biene allerdings noch invertieren, bevor sie es als Wintervorrat einlagern kann. Dieses invertieren bedeutet für die Biene nochmals eine zusätzliche Belastung. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie groß diese Belastung ist, aber sie existiert.

Man kann auch invertierten Zuckersirup kaufen. Dieses Produkt besteht aus Saccharose, welche durch eine Säure (die so genannte Invertase) in Glucose und Fructose aufgespalten wird. Bei diesem Verfahren zum herstellen von Invertzucker kann bei zu viel Hitze ein Stoff mit dem Kürzel HMF entstehen. Dieser Stoff könnte auf den Menschen krebserregend sein und wirkt bei Bienen in erhöhten Mengen tödlich. Deshalb sollte man bei Invertzuckersirup immer darauf achten, dass er als Futtermittel frei gegeben ist. Bei den Futtermitteln wird drauf geachtet, dass sich der HMF-Gehalt innerhalb der Gesetzlichen normen für Futtermittel befindet. Es gibt diverse Anleitungen im Internet, wie man Invertzucker selbst herstellen kann. Von der Herstellung ist allerdings abzuraten, denn man kann hinterher nur im Labor überprüfen, welchen HMF-Gehalt der selbst hergestellte Sirup hat. Wenn man dies nicht tut, läuft man Gefahr, seine Bienen zu vergiften und zu töten.

Als weiteres Futtermittel gibt es noch das sogenannte Glucosesirup, welches aus Mais- oder Weizenstärke besteht. Er ist auch schon invertiert, sodass die Bienen nicht mehr viel Arbeit haben und diesen nur noch ein wenig eindicken müssen, bevor sie ihn einlagern. Dieser Sirup besteht aus Stärke, welche durch Enzyme in Glucose und Fructuse aufgespalten wird. Ein weiterer Vorteil des Mais- oder Weizensirups ist, das Sirup lockt die Bienen nicht so sehr an, sprich es löst nicht so schnell ene Räuberei aus.

Für uns kommt nur Sirup in Frage, welcher bereits invertiert ist (dies ist eine persönliche Einstellung). Leider haben wir bis jetzt noch keinen Sirup gefunden, der aus biologisch angebautem Zucker oder Stärke besteht. Als erstes hatten wir uns für invertierten Zuckersirup entschieden. Bei diesem stellt sich aber das Problem des Versands. Paletten weise bekommt man den Sirup in fast jedem Imkershop. Wir benötigen für den Anfang (grob überschlagen) 60-80 kg Sirup. Das sind für Verkäufer kleine Mengen, bei denen sich der Aufwand zum versenden nicht rentiert. Aus diesem Grund haben wir uns (zumindest für das erste Jahr) für Glucosesirup aus Weizenstärke entschieden.
Im Moment haben wir noch viel Zeit zum lesen von Imkerlektüren, aber ich denke, damit ist es vorbei, wenn das Frühjahr erst da ist. Dann fängt unser Imkerkurs an, im Garten stehen dann 2 Beuten voll mit Bienen und der praktische Lernprozess beginnt. Da bleibt nur noch wenig Zeit sich um das Futter Gedanken zu machen.
Unserer Meinung nach, sollte jeder Imker nur noch biologisch angebaute Futtermittel für seine Bienen verwenden, denn es kann nicht sein, dass Imker nach biologischer Landwirtschaft, speziell auf den Verzicht von Pflanzenschutzmitteln schreien, im Gegenzug dann aber den billigsten Zucke im Discounter kaufen. Das passt nicht zusammen. Wenn mehr Leute zu biologisch angebauten Produkten greifen würden, dann würden die anderen Landwirte auf ihren Produkten sitzen bleiben und würden ihren Hof evtl. auf eine andere Betriebsweise umstellen.

Im Moment suchen wir Futtermittel, welche unseren Ansprüchen genügen. Am liebsten hätten wir invertierten Futtersirup in Bio-Qualität. Und wenn das schon (im Moment) nicht erfüllbar ist, dann wenigstens Glucosesirup aus biologisch angebautem Weizen oder Mais.

Wenn da jemand einen Tipp für uns hat wären wir sehr dankbar.

Wir haben noch eine interessante Seite empfohlen bekommen, in welcher es um die genaue Zusammensetzung der einzelnen Futtermittel geht. Wir wollen euch diese Seite natürlich nicht vorenthalten. Einführung in die Imkerei/ Einwinterung


Wir hoffen, wir konnten ein paar Unklarheiten beseitigen und wünschen Euch alles Gute



Familie Fuchs

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Aller Anfang ist schwer

So, dann machen wir mal den Anfang und stellen uns mal vor: Wie sind die Familie Fuchs und kommen aus Flörsheim am Main. Wir, das sind meine Frau Kathi, der kleine Tobias und ich, Sebastian. Natürlich wollen wir unser 2. Kind auch nicht vergessen: Unsere fast 9-Jährige Mops-Dame Honey ;-)
Ich selbst bin schon sehr früh mit der Imkerei in Kontakt gekommen, mein Großvater hatte immer viele Völker. Zu seinen Spitzen-Zeiten waren es um die 100. Und so habe ich als kleiner 5 oder 6-Jähriger natürlich auch schon meinen ersten Imker-Anzug und meine eigene Pfeife erhalten. Natürlich konnte ich meinem Großvater damals nicht wirklich helfen, aber ich glaube, er hatte Freude daran, mit seinem Enkel eine Gemeinsamkeit zu haben. Ich kann mich natürlich (leider) an fast nichts mehr aus dieser Zeit erinnern. Ich kann mich nicht mal mehr an die Rasse oder das Beuten-Maß erinnern.
Als Jugendlicher hatte ich dann andere Sachen im Kopf, als mit der Imkerei zu beschäftigen. Ich wollte lieber mit Freunden etwas unternehmen und mich um meine Schulbildung kümmern. Und so geriet die Imkerei etwas in Vergessenheit.
Als mein Großvater dann im Jahre 2002 auch noch einen Schlaganfall erlitt, mussten seine Völker relativ schnell in gute Hände abgegeben werden, weil aus unserer Familie niemand das Wissen oder die Zeit hatte, sich um die Völker zu kümmern. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt kurz darüber nach gedacht, ein paar Völker zu behalten, aber dann fiel mir auch wieder ein, dass die Bienen ganz schön stechlustig waren und mich teilweise schon ziemlich getrietzt hatten (trotz komplettem Anzug).
Nachdem mein Großvater sich ohne größere, bleibende Schäden erholt hatte, wollte er seine Imkerei aber auch nicht mehr aufbauen, er wollte sich auf andere Bereiche in seinem Leben konzentrieren. Im Nachhinein denke ich, dass er es sich nicht mehr zugetraut hatte, sich um mehrere Völker zu kümmern. Er hatte sich dann der Malerei und der Holzbearbeitung gewidmet.
Im Jahre 2005 bin ich mit meiner jetzigen Frau in Wiesbaden-Biebrich zusammen gezogen, sie ist aus Berlin nach Wiesbaden zu mir gezogen, damals waren wir aber schon 5 Jahre zusammen.
2007 ist dann unser Sohn Tobias zur Welt gekommen, das war ein wunderbares Ereignis. Auch mein Großvater war überwältigt von seinem Urenkel. Wir haben ihn regelmäßig besucht, aber das Thema Bienen kam nie wieder auf. Ich wollte es bei ihm einfach nicht ansprechen, weil ich denke, dass es ihm einfach leid tat und er es vermisste, sich um die Völker zu kümmern.

2010 sind wir dann nach Flörsheim umgezogen in ein kleines Häuschen mit einem kleinen Garten hinterm Haus. Dort haben wir dann Rasen verlegt, haben ein kleines Obstbeet angelegt, in welchem wir Erdbeeren, Himbeeren, ein Stachelbeerbäumchen und eine Blaubeere gepflanzt hatten. Da wir zu Beginn den Boden ca. 1/2 Meter abgetragen hatten, die Fläche mit einer 50:50 Mischung aus Kompost zu Muttererde wieder aufgefüllt hatten, ist alles super angewachsen und gedeiht.

2012 mussten wir dann einen sehr schweren Schicksalsschlag verkraften: Mein Großvater wurde mit einem weiteren Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert, wo er kurze Zeit später verstarb. Dieses Ereignis hat uns in ein tiefes Loch gestürzt. Auch unser kleiner Sohn, Tobias, war sehr traurig gewesen.
Einige Monate nach der Beerdigung habe ich mit meiner Frau über das Leben von meinem Großvater gesprochen, dabei bin ich auch auf seine tiefe Verbundenheit zu den Bienenvölkern eingegangen, sie war sofort hellauf begeistert, weil sie diese Tiere schon immer toll, faszinierend und unglaublich fand. Die Kommunikation im Stock, dieses Zusammenleben von 20.000 bis 50.000 Bienen....unbeschreiblich.
So fingen wir an, uns mit dem Thema Bienenhaltung auseinander zu setzen.

Meine Frau merkte schnell, dass das Aussuchen der für uns am besten geeigneten Beute (so nennt sich der Kasten, in dem man die Bienen beheimatet) eine Wissenschaft für sich ist und sie hat mir diese Entscheidung überlassen. Also habe ich Wochenlang Beiträge in Foren, Artikel und Flyern studiert. Am Ende war ich sehr angetan von der Dadant-Beute, da die Bienen dort in einem Brutraum gehalten werden (was unserer Meinung nach der natürlichen Lebensweise am nächsten kommt) und die Honigräume nur halb hoch und somit auch nicht so schwer sind, sodass meine Frau sie auch alleine anheben kann.

Als nächstes stand die Wahl der Bienenrasse an. Dabei standen uns 2 Rassen zur Auswahl: Carnica oder Buckfast. Die Carnica ist eine relativ alte Rasse, welche sich schon Millionenfach bewährt hat und als 2. die Buckfast. Diese Rasse wurde von Bruder Adam (Karl Kehrle) gezüchtet und weiter entwickelt. Sie wurde zu seinem Lebenswerk.

Wir hatten zwar schon einiges geplant, aber wir wollten uns vorher gerne einmal mit einem Imker unterhalten. Also haben wir den Kontakt zu einem lokalen Imkerverein gesucht. Nach einem kurzen Telefonat hat mir der Vorsitzende von dem Bienenfreunde-Rhein-Main Verein einen Namen von einem Imker in unserer Nähe gegeben. Diesen habe ich dann angerufen und von ihm eine Einladung zu einem seiner kleinen Stände in der Nähe für den selben Tag bekommen. Am Stand angekommen, hat er uns erstmal eine Einweisung in den Umgang und die Arbeiten an den Bienen gegeben. Danach sind wir dann zu seinen Beuten gegangen. Dort hatten wir dann einen Schock-Moment: Wir konnten uns den Beuten nur bis auf 3m nähern, da selbst auf diese Entfernung schon die ersten Bienen zum Angriff über gingen. Nach diesem Besuch kamen uns die ersten Zweifel, ob es vielleicht eine Schnaps-Idee von uns gewesen sein könnte.

Zwei Wochen später hielt der Verein ein Treffen ab und ich beschloss, an diesem Treffen teilzunehmen. Ich wurde freundlich empfangen, durfte mir auch den für diesen Abend geplanten Vortrag anhören und anschauen. Ich wurde bei, dem Treffen zwar toll in der Gruppe aufgenommen, persönlich habe ich mich allerdings nicht so wohl gefühlt. Es waren vorrangig ältere Mitglieder anwesend, welche auch teilweise ein wenig voreingenommen waren, als ich meinen Wunsch nach Dadant und Buckfast geäußert habe.
Dies gab uns den nächsten Dämpfer und wir waren noch mehr enttäuscht.
Aber aufgeben wollten wir noch lange nicht und so habe ich als nächsten Schritt den Imkerverein Wiesbaden kontaktiert. Auf diesen Verein sind wir gekommen, weil wir noch engen Kontakt zu Wiesbaden haben, ich bin dort aufgewachsen, Arbeite dort, unser Sohn wurde dort geboren, wir haben lange in Biebrich gewohnt und wir haben noch viele Freunde in Wiesbaden. Der Vorsitzende, Kurt Schüler, hatte uns für die nächste Woche zu sich in den Garten zu seinen Bienen eingeladen. Wir sind zu dritt bei ihm aufgetaucht und er hatte sich sehr viel Zeit für uns genommen. Zuerst hat er uns eine theoretische Einweisung gegeben, ist dabei richtig toll auf unseren kleinen Sohn eingegangen, als er gemerkt hat, dass es etwas langweilig für ihn wurde. Er hatte schon einen Stockmeißel und ein paar Utensilien vorbereitet, mit denen sich unser kleiner beschäftigen konnte. So hatten wir viel Ruhe und konnten alle unsere Fragen los werden. Kurt war zwar ein wenig irritiert, als wir von unserem Vorhaben mit Buckfast und Dadant erzählt haben, hat uns aber seine Unterstützung zugesagt. Er selbst habe nur wenig Erfahrung mit Buckfast und Dadant, versprach uns aber Kontakte zu Dadant bzw. Buckfast-Imkern herzustellen.
Danach folgte der praktische Teil, vor welchem wir nach dem vorigen Ereignis ein wenig bedenken wegen dem Kleinen hatten. Kurt konnte uns aber beruhigen indem er uns sagte: "Wenn ich auch nur die geringsten Bedenken hätte, würde ich mit euch nur in Schutzkleidung an die Bienen gehen". Unsere Ängste haben sind nach ein paar Minuten in nichts aufgelöst und wir konnten die Durchsicht des Volks voll genießen. Tobias durfte eine Wabe mit Hilfe des Stockmeißels ziehen und was vollauf zufrieden, als er von Kurt eine Drohne bekommen hat, die er über seinen Arm krabbeln lassen konnte, ohne gestochen zu werden.
Nach diesem Besuch stand unser Entschluss fest: Wir wollten mit der Imkerei anfangen und dem Wiesbadener Imkerverein beitreten

Dies waren unsere ersten, zarten Kontakte mit der Imkerei.



Viele Grüße wünschen Euch

Familie Fuchs