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Samstag, 15. März 2014

Unverhofft kommt oft......

Hallo mal wieder und schön, dass ihr noch dabei seid.

Die letzte Woche ist einiges bei uns passiert: Wir hatten eigentlich den Entschluss gefasst, dass wir dieses Jahr 2 Wirtschaftsvölker und einen Ableger kaufen wollten. Zusätzlich wollten wir 2 eigene Ableger erstellen, wodurch wir am Ende des Jahres auf 5 Völker gekommen wären.

Nun benutze ich aber die Wörter "eigentlich", "wollten" und "wären". Irgendwas scheint also nicht so ganz nach Plan gelaufen zu sein.......


Aber der Reihe nach. Wir waren am 2. Samstag im März bei unserem Wochenende-Einkauf bei einem Bio-Bauernhof in der Nähe, als ich ein Regal mit verschiedenen Honigen entdeckte. Ich bin beim Eingang dann direkt nach rechts abgebogen im Richtung Honig-Regal, während meine Frau nach links zum Gemüse gegangen ist. Ich habe mir dann mal die Vielfalt und die Preise der einzelnen Sorten des Honigs angeschaut und verglichen.
Anscheinend hatte ich mich ein wenig intensiver mit dem Honig beschäftigt als ein normaler Kunde, denn auf einmal sprach mich ein Mann in grüner Latzhose an und verwickelte mich in ein Gespräch über Honig, Bienen, Bestäubung und Obst. Im Laufe des Gesprächs hat sich herausgestellt, dass der Herr der Obstbauer des Biohofs ist.
Natürlich habe ich ihm von unseren Plänen von der Imkerei erzählt und er schien auch sehr interessiert an meinen Ausführungen und Plänen. Kurze Zeit später fragte er mich, ob ich ein paar Minuten Zeit hätte. Ich bejahte und er nahm mich mit zu einer Führung über den Hof. Besonders beeindruckend fand ich die mehr wie einen Hektar große Obstplantage. Dort wächst alle: von Äpfeln über Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Himbeeren und auch Stachelbeeren. Beim Rundgang fragte er mich, ob ich nicht evtl. Interesse hätte, ein paar Völker in der Plantage zu deponieren.
Die Obstfelder sind toll, von allen Seiten mit wilden Bäumen und Büschen geschützt, immer jede Menge Leute, die ein Auge auf den Beuten haben, ein Bio-Betrieb, welcher Rücksicht auf die Bienen nehmen möchte.....für uns erschien es sehr verlockend.
Zuvor mussten wir aber aber noch die Erlaubnis von dem Geschäftsführer einholen. Leider mussten wir dafür aber das Wochenende abwarten. Die Erlaubnis selbst zu bekommen stellte sich aber erstaunlicherweise als nicht sehr Schwierig heraus; es war nach 3 oder 4 Telefonaten erledigt. Der Geschäftsführer ließ seinen Mitarbeitern in solchen Dingen freie Hand und er hatte auch nichts dagegen.

Mittwoch bekam wir das OK und wollten Abends bereits nochmal auf den Hof fahren, um mit dem Obstbauern alles weitere zu besprechen. Wir begrüßten ihn und er nahm uns alle mit in die Plantage. Dort erzählte er uns, dass er eigentlich schon einen Imker habe, der normalerweise jedes Jahr komme und 15 bis 20 Völker zu den Obstbäumen stellen würde. Allerdings gab es letztes Jahr einen Streit mit dem Imker, denn dieser wollte nach einer jahrelangen Symbiose zwischen dem Bio-Hof und dem Bio-Imker plötzlich Geld für die Bestäubungsleistung seiner Bienen haben. Dies konnte der Obstwirt allerdings nicht entscheiden, da er selbst dort nur ein Angestellter an dem Hof ist. Seit diesem Vorfall hat der Imker sich nicht mehr gemeldet oder gar blicken lassen...

Wir mussten dem freundlichen Herrn allerdings mitteilen, dass wir auf eine so große Völkerzahl noch nicht zurück greifen können, da wir dieses Jahr selbst erst mit der Imkerei beginnen. Er signalisierte trotzdem Interesse und so haben wir uns einen schönen Platz in den Obstbäumen ausgesucht. Leider konnte er uns nicht anbieten, den Honig auch in dem sehr großen und gut besuchten Hofladen anzubieten, denn dafür müsste unsere Imkerei/unser Honig ein Bio-Siegel besitzen, was es leider noch nicht hat.
Zu Hause ging es wieder ans Telefon: Wir wollten vom Züchter unseres Vertrauens wissen, ob er dieses Jahr noch weitere Völker an uns liefern könne. Er sagte uns 5 weitere Völker zu; diese allerdings erst zum Ende Juni, Anfang Juli.
Wir sagten sofort zu und begannen mit der weiteren Bestellung: 5 weitere Beuten, hunderte Rähmchen, 16 kg Bio-Mittelwände, Futtersirup, Abfüller und ein digitales Honigrefraktometer. Es war 1:30 Uhr am Donnerstag Morgen, als wir endlich ins Bett sind; aber mit einem Plan im Kopf.
Wir werden die zwei für April bestellten Wirtschaftsvölker und den 3-Waben-Ableger in die Obst-Felder stellen, von den 2 Wirtschaftsvölkern wollen wir dann Ende April - Anfang Mai jeweils einen Ableger machen; jeweils einer kommt zu uns in den Garten und der andere zu dem Ehepaar, welches uns ihren Garten bereits 2-3 Wochen vorher zur Verfügung gestellt hatte. Wenn die 5 weiteren Ableger im Juni kommen, werden wir diese so verteilen, dass wir in dem Obst-Feldern 5, bei dem netten Ehepaar 3 und bei uns im Garten 2 stehen haben werden. Dies bedeutet aber auch, dass wir Ende des Jahres 10 Völker gegen die Varroa-Milbe behandeln müssen und alle 5 dann auch noch einfüttern müssen.....mal sehen wie das alles klappt.

Am Freitag Abend sind wir dann nochmals auf den Hof gefahren, um dem Herrn mitzuteilen, wie wir es vor haben und wie der Zeitplan ungefähr aussieht. Wir hatten unseren kleinen Sohn dabei und er hatte sehr viel Spaß auf dem Hof, denn dort gab es sehr viel für ihn zu entdecken: Hühner, Wachteln, Tauben,Esel......und auch Hasen. Diese werden dort gezüchtet, um dann später in der Metzgerei in der Theke zu liegen. Die Tiere hatten alle einen sehr großen und gepflegten Stall, die Tiere sahen sehr gepflegt und gesund aus. Die Tiere hatten keinerlei Angst vor Menschen, kamen an das Gitter gehoppelt und ließen sich streicheln. Einer dieser Hasen, ein schneeweißer hatte nur noch ein Ohr. Es war keine Wunde mehr zu sehen, also musste das Geschehene schon weiter zurück liegen. Wir fragten die Dame, welche die Tiere gerade fütterte, was denn passiert sei. Sie antwortete, dass der Fuchs eines Nachts durch eine kleine Öffnung im Zaun herein sei und sich den Hasen schnappen wollte. Dabei hat der Hase zwar sein Ohr verloren, sein Leben aber behalten können.
Uns tat der Hase so leid, dass wir heute Vormittag einen Käfig, Einstreu, Heu und Stroh besorgten und zu Hause vorbereiteten. Bei unserem normalen Wocheneinkauf, am Samstag, auf dem Bauernhof traten wir an die Pflegerin der Hasen heran und fragten sie, ob sie uns den Hasen verkaufen würde.....und was soll ich sagen? - Wir sind nun Besitzer eines (Ein)Ohr-Hasens. Er ist noch ein wenig scheu, aber wohl auf.

So schnell kann es gehen und sich weiter entwickeln.


Viele liebe Grüße Eure


Familie Fuchs

Freitag, 7. März 2014

So schnell kann es gehen.....

Hallo. Wir hoffen, es geht euch allen gut.


Vor 3 Wochen haben wir bei verschiedenen Leuten bei uns in der Stadt geklingelt und haben gefragt, ob wir ein kleines Eckchen in ihrem Garten mieten können um dort ein paar Beuten inklusive Bienen aufzustellen. Unter anderem haben wir in einer Gärtnerei hier im Ort gefragt. Jedoch zeigten sich die Besitzer etwas unsicher, weil sie Angst um ihre Mitarbeiter hatten. Auf dem Heimweg kamen wir an einem total verwilderten Gartengrundstück vorbei. Sofort klingelten wir bei den Nachbarn dieses Grundstücks. Diese gaben uns bereitwillig Auskunft und sagten uns, wo die Besitzer wohnen. Sie fragten uns aber auch nach unserer Telefonnummer, da sie ein paar Obstbäume besitzen und die Ernte nicht mehr so gut sei. Sie wollten uns mal anrufen und uns einen Stellplatz für ein paar Völker zur Verfügung stellen. Noch am selben Abend klingelten wir bei den Besitzern des verwilderten Grundstücks und erkundigten uns nach diesem. Leider mussten wir erfahren, dass der Garten ab dieser Saison selbst von den Eigentümern hergerichtet werden sollte. Wir waren ein wenig niedergeschlagen und gingen nach Hause.

Allerdings ließen uns die netten Nachbarn keine Ruhe. Sie machten auf uns den Eindruck, als würden sie schon lange hier wohnen und hätten evtl. den ein oder anderen Kontakt mit Garten für uns.
Aus diesem Grund bin ich ein paar Tage später nochmals alleine zu ihnen gelaufen und teilte ihnen die Antwort der Besitzer mit. Sogleich bedankte ich mich aber nochmals für die freundliche Unterstützung und fragte sie, ob sie sich vielleicht mal etwas umhören könnten, ob nicht irgendjemand ein kleines Grundstück zu vermieten oder verkaufen hat. 

Die Eheleute überlegten kurz und boten uns dann in ihrem Garten einen Platz für 3 Beuten inkl. Bienen an. Wir waren total happy und gingen heim.

Mein Frau und ich haben uns eine Woche spater zusammen gesetzt und haben uns mal unterhalten, wie es mit unserer Imkerei weiter gehen sollte. Meine Frau wollte die Chance beim Schopfe packen und den uns angebotenen Platz mit 3 Ablegern füllen. Also haben wir kurzentschlossen noch 3 weitere Beuten, ein bißchen weiteres Material und einen Ableger beim Züchter unseres Vertrauens bestellt.

Nun starten wir mit zwei Wirtschaftsvölkern und einem Ableger. Zusätzlich wollen wir aus jedem Wirtschaftsvolk einen Ableger erstellen, sodass wir (hoffentlich) mit fünf Völkern in den Winter gehen.

Die Beuten sind alle vorbereitet, die Mittelwände sind in die Rähmchen eingelötet, die Brutraumrähmchen sind mit Abstandhaltern versehen und warten nur auf ihren Einsatz.

Am 7. März haben wir eine Verabredung mit den Besitzern des Gartens zu einer Besichtigung des Grundstücks und zum aussuchen des Stellplatzes.


Viele liebe Grüße

Familie Fuchs

Samstag, 11. Januar 2014

Futter - Was gibt man Bienen wenn man den Honig geerntet hat?

Hallo.
Mit dem Thema der Bio-Imkerei haben wir auch unweigerlich einen Ausflug in das Thema des geeigneten Futters für die Bienen gemacht. Wenn man den Kleinen im Sommer ihre Vorräte in Form von Honig weg nimmt, muss man ihnen einen adäquaten Ersatz anbieten, damit die Bienen den Winter überleben und im neuen Jahr gut starten können.
Man steht vor der Entscheidung ob man Kristallzucker mit Wasser selbst mischt, invertierten Zuckersirup oder einen künstlichen Zuckersirup (auf Mais oder Weizenbasis) kauft.
Da ich zu diesem Thema noch keine Studien gefunden haben, mussten wir uns selbst einlesen und eine Entscheidung treffen, welche ich hier gerne erläutern möchte: Die Bienen fliegen zu den Blüten einer Pflanze und sammeln dort Nektar. Der Nektar besteht aus verschiedenen Zuckerarten und ist durch einen hohen Wasseranteil relativ flüssig. Die Biene gibt dem Nektar verschiedene Enzyme zu, welche die Sacharose (eine Zuckerart) in Glucose und Fructose aufspaltet. Ebenfalls dickt die Biene den Nektar ein, damit er nicht aus den Waben läuft und haltbarer wird.
Wir für unseren Teil haben entschieden, da wir der Biene schon ihren Wintervorrat weg nehmen, sollten wir sie nicht noch zusätzlich mit dem invertieren von Zuckerwasser belasten.
Ich kann nicht sagen, ob diese Entscheidung richtig oder falsch ist, für uns fühlt sie sich aber richtig an. Wir haben schon darüber nach gedacht, die Bienen auf Honig überwintern zu lassen, es gibt aber spezielle Anforderungen an den Honig, der für die Überwinterungen der Bienen in der Beute verbleibt. Dieser darf z.B. nicht aus Waldhonig sein, da dieser über den Winter auskristallisieren kann und die Bienen ihn dann nicht mehr fressen können und somit verhungern würden. Außerdem sind dunkle Honige sehr ungeeignet, denn sie belasten die Kotblase den Winter über nur unnötig, weil diese Honige sehr viele Mineralien enthalten. Da wir als Neulinge aber noch nicht über die nötig Erfahrung verfügen, die Honige von einander zu unterscheiden, lassen wir es am Anfang lieber. Warum das Leben der Bienen aufs Spiel setzten, wenn man sie auch mit einer Alternative sicherer durch den Winter bekommen kann?

Als Alternative kann man seinen Bienen auch ein Zucker-Wasser-Gemisch auftischen. Dieses muss die Biene allerdings noch invertieren, bevor sie es als Wintervorrat einlagern kann. Dieses invertieren bedeutet für die Biene nochmals eine zusätzliche Belastung. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie groß diese Belastung ist, aber sie existiert.

Man kann auch invertierten Zuckersirup kaufen. Dieses Produkt besteht aus Saccharose, welche durch eine Säure (die so genannte Invertase) in Glucose und Fructose aufgespalten wird. Bei diesem Verfahren zum herstellen von Invertzucker kann bei zu viel Hitze ein Stoff mit dem Kürzel HMF entstehen. Dieser Stoff könnte auf den Menschen krebserregend sein und wirkt bei Bienen in erhöhten Mengen tödlich. Deshalb sollte man bei Invertzuckersirup immer darauf achten, dass er als Futtermittel frei gegeben ist. Bei den Futtermitteln wird drauf geachtet, dass sich der HMF-Gehalt innerhalb der Gesetzlichen normen für Futtermittel befindet. Es gibt diverse Anleitungen im Internet, wie man Invertzucker selbst herstellen kann. Von der Herstellung ist allerdings abzuraten, denn man kann hinterher nur im Labor überprüfen, welchen HMF-Gehalt der selbst hergestellte Sirup hat. Wenn man dies nicht tut, läuft man Gefahr, seine Bienen zu vergiften und zu töten.

Als weiteres Futtermittel gibt es noch das sogenannte Glucosesirup, welches aus Mais- oder Weizenstärke besteht. Er ist auch schon invertiert, sodass die Bienen nicht mehr viel Arbeit haben und diesen nur noch ein wenig eindicken müssen, bevor sie ihn einlagern. Dieser Sirup besteht aus Stärke, welche durch Enzyme in Glucose und Fructuse aufgespalten wird. Ein weiterer Vorteil des Mais- oder Weizensirups ist, das Sirup lockt die Bienen nicht so sehr an, sprich es löst nicht so schnell ene Räuberei aus.

Für uns kommt nur Sirup in Frage, welcher bereits invertiert ist (dies ist eine persönliche Einstellung). Leider haben wir bis jetzt noch keinen Sirup gefunden, der aus biologisch angebautem Zucker oder Stärke besteht. Als erstes hatten wir uns für invertierten Zuckersirup entschieden. Bei diesem stellt sich aber das Problem des Versands. Paletten weise bekommt man den Sirup in fast jedem Imkershop. Wir benötigen für den Anfang (grob überschlagen) 60-80 kg Sirup. Das sind für Verkäufer kleine Mengen, bei denen sich der Aufwand zum versenden nicht rentiert. Aus diesem Grund haben wir uns (zumindest für das erste Jahr) für Glucosesirup aus Weizenstärke entschieden.
Im Moment haben wir noch viel Zeit zum lesen von Imkerlektüren, aber ich denke, damit ist es vorbei, wenn das Frühjahr erst da ist. Dann fängt unser Imkerkurs an, im Garten stehen dann 2 Beuten voll mit Bienen und der praktische Lernprozess beginnt. Da bleibt nur noch wenig Zeit sich um das Futter Gedanken zu machen.
Unserer Meinung nach, sollte jeder Imker nur noch biologisch angebaute Futtermittel für seine Bienen verwenden, denn es kann nicht sein, dass Imker nach biologischer Landwirtschaft, speziell auf den Verzicht von Pflanzenschutzmitteln schreien, im Gegenzug dann aber den billigsten Zucke im Discounter kaufen. Das passt nicht zusammen. Wenn mehr Leute zu biologisch angebauten Produkten greifen würden, dann würden die anderen Landwirte auf ihren Produkten sitzen bleiben und würden ihren Hof evtl. auf eine andere Betriebsweise umstellen.

Im Moment suchen wir Futtermittel, welche unseren Ansprüchen genügen. Am liebsten hätten wir invertierten Futtersirup in Bio-Qualität. Und wenn das schon (im Moment) nicht erfüllbar ist, dann wenigstens Glucosesirup aus biologisch angebautem Weizen oder Mais.

Wenn da jemand einen Tipp für uns hat wären wir sehr dankbar.

Wir haben noch eine interessante Seite empfohlen bekommen, in welcher es um die genaue Zusammensetzung der einzelnen Futtermittel geht. Wir wollen euch diese Seite natürlich nicht vorenthalten. Einführung in die Imkerei/ Einwinterung


Wir hoffen, wir konnten ein paar Unklarheiten beseitigen und wünschen Euch alles Gute



Familie Fuchs