Mittwoch, 25. Dezember 2013

Die Auswahl der Bienenrasse

Am Anfang prasseln ziemlich viele Informationen auf jemanden herein, der mit der Imkerei anfangen möchte. Dies kann mit unter auch ziemlich er- oder abschreckend sein. Als wir das erste mal etwas in den verschiedenen Imkerforen gestöbert haben, wurde uns schnell klar, dass der ungeteilte Brutraum der Dadantbeute unser Favorit ist. Und da Dadant immer so ein wenig mit Buckfast in Verbindung gebracht wird, wollten wir uns der Buckfast nicht entziehen.
Aber leider ist es im Leben nicht so einfach. Wenn wir uns mit Imkern aus der Region unterhalten haben, haben dieses spätestens wenn wir das Wort "Buckfast" in den Mund genommen haben, die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Es fielen dann Aussagen wie: "Was wollt ihr denn mit solchen Bastarden? Nehmt lieber Carnica, die sind wesentlich besser." Wenn man die Imker dann gefragt hatte, was genau denn an der Carnica besser sei, kamen selbst für mich als Anfänger nur Antworten, die mich wenig überzeugen konnten: "Die Carnica ist besser angepasst an den Lebensraum hier", "Die Buckfast frisst dir die Haare vom Kopf" oder auch "Was machst du, wenn du dringend mal ne neue Königin brauchst?". Erstaunlicherweise waren das alles reine Carnica Imker, die nach eigenen Aussagen noch nie ein Buckfast Volk besessen haben; immer nur befreundete Imker oder Bekannte, die von ihren Erfahrungen berichtet haben. Ein Imker aus einem Ort in der Nähe war nicht direkt gegen Buckfast, er bat mich aber, ihm das nicht an zu tun, weil er seine Königinnen am Stand begatten lässt und er Angst hatte, dass eine Mischung aus Carnica und Buckfast sehr aggressive und stechlustige Bienen hervorbringt.
Dies alles hatte uns gezeigt, dass man sich (anscheinend) die Entscheidung doch nicht so einfach machen kann und dass wir uns wohl noch ein wenig mehr mit der Wahl der Bienenrasse beschäftigen mussten.
Also haben wir angefangen zu recherchieren und zu lesen.
Dabei sind wir natürlich auch etwas tiefer in die Geschichte hinter die Bienenrassen eingestiegen.
Die in Deutschland wohl am stärksten vertretene Rasse ist die Carnica, gefolgt von der Buckfast. Es gibt noch weitere Rassen, die in Deutschland aber nur eine Minderheit vertreten. Da wir uns zu den Anfängern zählen, werden wir natürlich nicht mit ner exotischen Biene anfangen, sondern schön brav erstmal mit dem, wo man Hilfe bekommen kann lernen und da bleiben noch 2 Rassen auf der Liste stehen, auf die wir nun im Folgenden eingehen möchten:

Die Carnica (eigentlich Kärntner Biene) ist eine Unterart der Westlichen Honigbiene und somit natürlich entstanden. Sie hat sich nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland schnell verbreitet, aufgrund ihrer Fähigkeit mit warmen Sommern und kalten Wintern gut zurecht zu kommen. Bei ihrer Verbreitung hat sie aber auch die Dunkle Europäische Biene fast komplett verdrängt, aufgrund ihrer höheren Volksstärke und damit auch höheren Honigertrags. Diese Art hat aber unserer Meinung nach einen entscheidenden Nachteil: Sie hat einen ausgeprägten Schwarmtrieb, was evtl. für Anfänger problematisch oder gar frustrierend sein kann. Wir denken z.B. daran, wenn auf einmal ein Nachbar an der Tür klopft und ziemlich sauer verlangt, den Schwarm von seinem Dachfirst zu entfernen. Es graut mir gelinde gesagt davor, auf einer Leiter zu stehen, in der einen Hand den Schwarmfangbehälter zu haben und in der anderen den Abkehrbesen und dann freihändig zu versuchen den Schwarm zu fangen. Wenn man dann noch an einer unerwarteten Stelle einen Stich ab bekommt, kann das ganz leicht zu einem Unfall führen. Als weiteren kleinen Makel ist hier noch aufzuführen, dass bei ausbleibender Tracht, die Königin relativ schnell aus der Eilage geht, sprich wenig Blüten = wenig neue Bienen, was als Resultat hat, dass die Bienen bei wieder einsetzender Tracht nicht die volle Volksstärke besitzen kann. Bei der Zucht der Carnica wird auch das Aussehen der Bienen berücksichtigt, man möchte also eine bestimme Farbausprägung der Biene haben, was sich gegebenenfalls negativ auf das Verhalten auswirken kann.

Die Buckfastbiene dagegen wurde von Bruder Adam (Karl Kehrle *3.08.1898 † 1.09.1996) seit dem Jahre 1916 auf ihr Verhalten hin gezüchtet. Die Buckfastbiene wurde ausschließlich auf ihre erwünschten Eigenschaften hin gezüchtet. Das Aussehen, wie etwas Behaarung, Farbausprägung des Hinterleibes oder Beschaffenheit der Flügel wurde bei dieser Zucht völlig außer Acht gelassen. Bruder Adam wollte eine sanftmütige, schwarmträge aber dennoch ertragreiche Bienenrasse züchten, die der modernen Imkerei von Nutzen ist. Er hat sein ganzes Leben diesem Ziel gewidmet und ständig neue Rassen in seinen Hauptstamm integriert. Wir denken, dass diese Arbeit nicht umsonst gewesen sein kann und wenn viele Leute mit Begeisterung von dieser Bienenrasse berichten, kann sie ja wohl kein kompletter Reinfall sein. Wenn diese Rasse wirklich so Schwarmträge ist, wie es beschrieben wird, dann ist sie gerade für Anfänger (unserer Meinung nach) super geeignet. Einen entscheidenden Nachteil hat natürlich auch die Buckfast: Ihr Futterverbrauch liegt ca. 10-20% über dem der Carnica. Dies sollte man beim Einfüttern im Sommer berücksichtigen.
Natürlich können wir die Bedenken der Imkerkollegen verstehen, wenn diese Angst vor Stechern haben, gerade wenn sie älteren Baujahres sind und in den 60er Jahren die Umstellung von der dunklen Europäischen Biene auf die Carnica miterlebt haben; dabei muss es wohl Berichten zufolge desöfteren bei Verpaarungen der beiden Rassen zu sehr stechlustigen Völkern gekommen sein.
Diese Imker kann man allerdings beruhigen: In dem Buckfaststamm ist die Carnica schon lange eingeflossen, noch unter der Leitung von Bruder Adams. Und dieser hätte den Carnica-Stamm niemals in den Buckfast-Stamm einfließen lassen, wenn er Bedenken im Bezug auf das Verhalten der Bienen gehabt hätte, zumal er jede Neuzüchtung mehrere Jahre unter strenger Begutachtung parallel zum Haupt-Buckfast-Stamm hat laufen lassen. Wenn es irgendwelche ungewollten "Nebenerscheinungen" gegeben hat, hat er eine Linie komplett fallen gelassen.

Wir denken, dass es führ einen erfahrenen Imker ein leichtes wäre, dass auch ein überzeugter Carnica-Imker, sich mal ein Volk Buckfast hinstellt und dieses Volk mal vorurteilsfrei bewirtschaftet. Aber genau an diesem Punkt scheint es bis jetzt noch zu scheitern. Wir haben in diversen Foren, in den Medien und auch im Imkerverein schon so viel von Problemen mit PSM (Pflanzenschutzmitteln) gehört, da sollten sich doch alle Imker (egal ob Carnica, Buckfast, Nigra oder was auch immer) zusammentun und dagegen was unternehmen, denn DAS bedroht alle Völker und trennt nicht nach Rassen.


Ich muss zugeben, als wir uns im Sommer dazu entschlossen hatten, unsere eigenen Bienen durch die Gegend fliegen zu lassen, hatten wir noch keine Ahnung, dass das Jahreshoch der Biene bereits im Juni ist und dass das Bienenvolk von diesem Zeitpunkt an abnimmt. Unsere Vorstellung war gewesen: Je wärmer es ist, desto besser ist es für sie und desto mehr Bienen gibt es auch im Volk.
Als nächstes muss man sich Gedanken machen, mit was man in die Imkerei staten möchte. Zur Auswahl stehen: Ableger, Kunstschwarm oder Wirtschaftsvolk.

Ein Ableger wird aus bebrüteten Waben, welche in einen neue Beute gehängt werden, gebildet. Preislich besteht ein Unterschied darin, ob man drei, vier oder fünf bebrütete Waben kauft. Es kommt halt drauf an, was man vor hat: Möchte man langsam mit dem Volk zusammen in die Imkerei hinein wachsen, sollte man mit einem oder zwei 3-Waben-Ableger beginnen. Je mehr Waben ein Volk besitzt, desto stärker ist es, wenn man es kauft und desto eher kann man auch im gleichen Jahr noch Honig ernten.
Der Kunstschwarm besteht nur aus Bienen und einer Königin (teilweise unbegattet). Dieser Schwarm wird in eine Beute gegeben, in welcher sich nur Rähmchen mit Mittelwänden oder Anfangsstreifen befinden. Die Bienen müssen dann ein Wabenwerk errichten, damit die Königin überhaupt irgendwo Eier hinein legen kann. 
Das Wirtschaftsvolk besteht aus einem kompletten Volk, aus dem keine Waben genommen wurden, sondern welches ausgewintert wurde und vom Vorbesitzer als Honigproduzent im Kaufjahr benutzt worden wäre. Wenn man sich ein Wirtschaftsvolk zulegt, kann man mit Sicherheit noch 1-2 Ablegen bilden, ohne dem Volk sichtlich zu schaden.

Und genau mit 2 solcher Wirtschaftsvölker wollten wir im Juli 2013 starten. Natürlich hatten wir gelesen, dass das Bienenjahr so gut wie vorbei ist, aber uns hat der Gedanke nicht los gelassen, unsere eigenen Völker im Garten stehen zu haben. Also haben wir uns auf die Suche nach Buckfast-Züchtern gemacht. Bei den Ersten paar Telefonaten hieß es einfach: Wir/Ich habe(n) keine mehr, erst wieder nächstes Jahr. Dann bin ich auf die Internet-Präsenz der Imkerei Lange gestoßen und habe kurz darauf mit Herrn Lange telefoniert. Er fragte mich, warum ich mich dieses Jahr überhaupt noch mit einem Volk belasten wolle, gerade bei Anfängern würden viele Fehler bei der Varroa-Behandlung gemacht und dann würde das Volk im schlimmsten Falle über den Winter zu Grunde gehen und ich hätte das Geld für 2 Wirtschaftsvölker umsonst aus gegeben. Er sagte mir, wenn ich drauf bestehe, könnte er mir noch 2 Völker besorgen, aber er riet mir definitiv vom jetzigen Kauf ab. Dies hat uns so begeistert, weil wir die Sache noch gar nicht von dieser Seite betrachtet hatten. Er hatte uns angeboten, 2 Wirtschaftsvölker für das Frühjahr 2014 zu reservieren, wir sollten aber noch mal in Ruhe drüber nach denken. Dies taten wir dann auch. Auch habe ich mich noch etwas intensiver mit der Imkerei Lange beschäftigt und durfte feststellen, dass Frau Lange tolle Monatshinweise auf ihrer Seite veröffentlicht hat. Sie gibt tolle Tipps und Hinweise, welche Arbeiten in welchem Monat verrichtet werden müssen. Auch ist das ganz toll bebildert und verständlich niedergeschrieben. Und so haben wir dann schlussendlich unsere 2 Wirtschaftsvölker für das Frühjahr 2014 bestellt.



Wir hoffen, ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und wünschen euch noch schöne, verbleibende Feiertage.

Familie Fuchs



Freitag, 20. Dezember 2013

Die Erstausrüstung

Nachdem die ersten Kontakte geknüpft waren, wollten wir natürlich weiter voran schreiten. Wir waren hoch motiviert und wollten uns als nächstes um die Erstausrüstung kümmern.
Also haben wir uns erstmal zusammen gesetzt und haben uns überlegt, wie wir wohl am Besten beginnen. entweder man kauft ein relativ günstiges Starter-Paket, in welchem dann alles drin ist, was man für den Start benötigt oder man stellt sich alles selbst zusammen und kann mit dieser Methode natürlich erheblichen Einfluss auf die Qualität der Materialien und Werkzeuge nehmen.
Nach einigem hin und her haben wir uns dazu entschlossen, uns kein Komplett-Paket zu bestellen. Wir wollten alle Werkzeuge und Materialien in der für unsere Maßstäbe passenden Qualität.
Als erstes und wichtigstes: Die Beuten natürlich. Da Bienen normalerweise in Baumstämmen leben war es für uns keine Frage: Wir wollten Holzbeuten. Aber auch bei holz gibt es verschiedene Holzarten, wobei jede ihre Vor- und Nachteile hat. Es gibt Beuten aus Weymouthkiefer und aus Kiefer. Beide haben unterschiedliche Eigenschaften. Die Weymouthkiefer hat etwas größere Poren im Holz, wodurch die Zargen etwas leichter sind und auch eine etwas bessere Isolation gegen Kälte und Hitze haben. Der preisliche Unterschied bewegt sich bei ca. 10 - 20 Euro pro Beute und wurde von deshalb bewusst vernachlässigt.

Als nächstes folgte die Marktanalyse, in welcher ich die einzelnen Anbieter mit einander verglichen habe. Dies ist heutzutage glücklicherweise ziemlich einfach durch das Internet, da viele Händler ihre Produkte online anbieten und man kann sich einen ersten Überblick verschaffen. Zu diesem Zweck habe ich mir eine Tabelle erstellt in welcher ich mir die Preise, den Anbieter, die Versandkosten und (wenn bei dem Anbieter vorhanden) noch den Lieferumfang der Komplettbeute. Am Ende habe ich meine Liste auf 4 Anbieter zusammengestrichen: Bienen Ruck, Bienenweber, Bergwinkel-Werkstätten und Holtermann.
Als Anfänger fand ich es sehr schwer einen Überblick zu bekommen, was wirklich gebraucht wird und worin der Unterschied, der auf den ersten Blick gleichen Beuten, liegt. Festegetellt habe ich, dass Dadant-US nicht gleich Dadant-US ist. Jeder Hersteller kocht da so ein bißchen ein eigenes Süppchen. Wenn man dieses Jahr also seine Beuten von Händler A bestellt, nächstes Jahr von Händler B bedeutet das (leider) nicht, dass man die Rähmchen auch untereinander tauschen kann. Jeder Hersteller ändert eine Kleinigkeit an der Beute oder den Rähmchen um sie inkompatibel zum System der Konkurrenz zu machen.
Aus diesem Grund rate ich jedem, der mit der Imkerei anfängt: Fahrt zu den Händlern hin (macht nen Ausflug mit der Familie draus, wenn es weiter weg sein sollte. Denn meistens ist es so, dass ihr euch an einen Händler (mehr oder weniger) bindet. Ihr könnt natürlich jedes Jahr bei nem anderen Anbieter kaufen, aber damit werdet ihr nicht glücklich werden, denn meistens sind die Systeme eben nicht ganz kompatibel und hier oder da klemmt oder hakt etwas.

Uns hat das Konzept von Bienen Ruck überzeugt, es ist komplett, übersichtlich und auch Anfänger sehen sofort, was in dem Paket drin ist und was noch benötigt wird. Die Qualität ist das Beste, was wir bei den Besuchen der vieschiedenen Händler vorgefunden haben. Die Beute ist sehr hochwertig gearbeitet, der Boden ist aus Hartholz, was Sinn macht, weil das Hartholz nicht so empfindlich gegen nässe ist und der Beute ja auf dem Boden, einer Palette oder Steinen stecht. Der Deckel ist direkt aus Metall, er muss also nicht noch extra dazu bestellt werden. Herr Ruck war für uns immer erreichbar, hat versucht jedes unserer kleinen Problemchen zu erklären und stand uns auch nach dem Kauf noch helfend zur Seite.
Zu seiner Dadant-Beute gibt es einen schönen Flyer, den man auch als Übersicht nehmen kann, wenn man bei einem anderen Shop bestellen möchte, nur zur Übersicht, damit nichts vergessen geht ;-)

Hier habe ich mal unsere erste Bestellung nieder geschrieben:

2 Stück Dadant-Beute Komplett bestehend aus jeweils
             1 Boden mit Varroaschub, mit Sommer & Winterfluglochkeil
             1 Wärmebrett
             1 Anflugbrett
             1 Brutraumzarge
             3 Honigraumzarge
             1 Innendeckel
             1 Dämmplatte für Innendeckel
             1 Blechdeckel
             1 Absperrgitter im Holzrahmen
1 Paar Lederhandschuhe
1 Stück Imkerbluse
30 kg Futter-Sirup
1 Stück Sonnenwachsschmelzer
1 Stück Smoker
1 Stück Nassenheider Verdunster professional (2 Stück in einer Verpackungseinheit)
5 kg Ameisensäure 60%
1 Stück Abkehrbesen
2 Stück Dadant Fütterer komplett
2 Stück Dadant Schied für Brutraum
1 Stück Dadant Holzrahmen mit 2 Bienenfluchten und Sperrholzplatte
2 Stück Dadant Abdeckfolie 480x480 mm
30 Stück Dadant Brutraumrähmchen nach Beer
80 Stück Dadant Honigraumrähmchen nach Beer

Den Futter-Sirup habe ich aus Vorsicht mal mit bestellt, denn ich weiß nicht, wie das Wetter sein wird, wenn wir unsere ersten 2 Völker im März bekommen. Da bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen und habe einen Kanister bestellt, wenn wir es nicht brauchen, haben wir schon einen Teil für die Einfütterung im Herbst.
Geärgert habe ich mich über mich selbst im nachnein, dass ich nicht gleich 2 Holzrahmen mit Bienenfluchten bestellt habe, ich denke bei der Honigernte sollte man beide Völker gleichzeitig ernten. Diesen werden wir also mit der nächsten Bestellung im Januar 2014 mit bestellen.

Bei aller Begeisterung für den Händler waren wir ziemlich enttäuscht über die Tatsache, dass wir keine pestizidfreien Mittelwände im Shop gefunden haben. Ein Anruf brachte klarheit: Pestizifrei gibt führt er leider nicht.
Diese haben wir dann (pestizifrei) bei Bienenweber bestellt:

4 kg Mittelwände Dadant Brutraum
8 kg Mittelwände Dadant Honigraum

Im nachhinein musste ich feststellen, dass es viel zu viel waren. Für einen Brutraum braucht man ziemlich genau 1 kg (wenn man ein bis zwei Baurahmen in die Beute hängt). In den 3 Honigräumen braucht man 2 kg. Zu unserem Leidwesen mussten wir auch hier wieder feststellen, dass die Händler untereinander nicht kompatibel sind: Die bestellten Mittelwände waren 1 - 2 cm zu hoch. Das macht aber nichts, man kann sie ganz einfach mit einem Teppichmesser abschneiden.

Nachdem die bestellten Artikel alle eingetroffen waren, haben wir natürlich sofort angefangen, die Zargen auf einander zu stellen, zu gucken und zu spielen. Wir waren mächtig stolz, was man auf diesen Bildern unmissverständlich erkennen kann:

Leider haben ich vergessen, dass man im Brutraum Abstandshalter in Form von Pilzköpfen für die Rähmchen haben sollte, damit keine Bienen zerdrückt werden, wenn man die Waben zieht oder verschiebt. Diese haben dann noch in einer Bestellung mit ein paar anderen Kleinigkeiten bestellt:

100 Stück Seitenabstandsstifte, 5mm vernickelt
200 Stück Seitenabstandsstifte, 7mm Abstand für Dadant-Rähmchen
5 Stück Honig-Eimer für 25kg, Kunststoff
1Stück Schlupfschleier mit Distanzreifen
1 Stück Imkerhut

Den 2. Imkerhut haben wir bestellt, weil meiner Frau der Erste nicht soooo gut gefallen hat, sie hatte etwas anderes erwartet. Jetzt haben wir den zuerst bestellten für unseren Tobias vorgesehen und meine Frau benutzt den 2, der gefällt ihr etwas besser. Ebenfalls haben wir schon ein paar Honigeimer zur Vorbereitung mit geordert.

Die Zargen haben wir nach dem "spielen" wieder ab gebaut und sicher bis nächstes Jahr in unserem Gartenhaus verstaut.
Ebenfalls haben wir uns Gedanken dazu gemacht, ob wir die Beuten mit einer Lasur, Farbe oder ähnlichem behandeln. Wir haben uns belesen und auch mit ein paar Imkern gesprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir die Beuten unbehandelt lassen. Anderen Imkern nach sollen unbehandelte Beuten ca. 15 - 20 Jahre halten, dies ist für uns absolut akzeptabel. Es geht bei unserer Entscheidung nicht um die Arbeit oder die Kosten, die durch einen Anstrich entstehen, wir denken vielmehr, dass Holz ein Naturprodukt ist, welche eine natürlich Diffusion von feuchtigkeit ermöglicht. Außerdem wollen wir die Bienen mit keinen evtl. noch ausgasenden Farben oder ähnlichem Belästigen, die Bienchen sind schon genug gestraft mit Varroa und PSM (PflanzenSchutzMitteln).

Zusätzlich haben wir uns zur Vorbereitung und zur Beschäftigung während der kalten Jahreszeit diese 3 Bücher gekauft:

Dr. Gerhard Liebig - Einfach Imkern
Bruder Adam - Meine Betriebsweise
Anette & Günther Seifried - Imkern mit angepasstem Brutraum

Auf diese werde ich in einem meiner nächsten Berichte ein gehen.


Viele Grüße und Frohe Weihnachten wünschen ich euch allen


Familie Fuchs



PS: Und lasst euch reich beschenken.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Aller Anfang ist schwer

So, dann machen wir mal den Anfang und stellen uns mal vor: Wie sind die Familie Fuchs und kommen aus Flörsheim am Main. Wir, das sind meine Frau Kathi, der kleine Tobias und ich, Sebastian. Natürlich wollen wir unser 2. Kind auch nicht vergessen: Unsere fast 9-Jährige Mops-Dame Honey ;-)
Ich selbst bin schon sehr früh mit der Imkerei in Kontakt gekommen, mein Großvater hatte immer viele Völker. Zu seinen Spitzen-Zeiten waren es um die 100. Und so habe ich als kleiner 5 oder 6-Jähriger natürlich auch schon meinen ersten Imker-Anzug und meine eigene Pfeife erhalten. Natürlich konnte ich meinem Großvater damals nicht wirklich helfen, aber ich glaube, er hatte Freude daran, mit seinem Enkel eine Gemeinsamkeit zu haben. Ich kann mich natürlich (leider) an fast nichts mehr aus dieser Zeit erinnern. Ich kann mich nicht mal mehr an die Rasse oder das Beuten-Maß erinnern.
Als Jugendlicher hatte ich dann andere Sachen im Kopf, als mit der Imkerei zu beschäftigen. Ich wollte lieber mit Freunden etwas unternehmen und mich um meine Schulbildung kümmern. Und so geriet die Imkerei etwas in Vergessenheit.
Als mein Großvater dann im Jahre 2002 auch noch einen Schlaganfall erlitt, mussten seine Völker relativ schnell in gute Hände abgegeben werden, weil aus unserer Familie niemand das Wissen oder die Zeit hatte, sich um die Völker zu kümmern. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt kurz darüber nach gedacht, ein paar Völker zu behalten, aber dann fiel mir auch wieder ein, dass die Bienen ganz schön stechlustig waren und mich teilweise schon ziemlich getrietzt hatten (trotz komplettem Anzug).
Nachdem mein Großvater sich ohne größere, bleibende Schäden erholt hatte, wollte er seine Imkerei aber auch nicht mehr aufbauen, er wollte sich auf andere Bereiche in seinem Leben konzentrieren. Im Nachhinein denke ich, dass er es sich nicht mehr zugetraut hatte, sich um mehrere Völker zu kümmern. Er hatte sich dann der Malerei und der Holzbearbeitung gewidmet.
Im Jahre 2005 bin ich mit meiner jetzigen Frau in Wiesbaden-Biebrich zusammen gezogen, sie ist aus Berlin nach Wiesbaden zu mir gezogen, damals waren wir aber schon 5 Jahre zusammen.
2007 ist dann unser Sohn Tobias zur Welt gekommen, das war ein wunderbares Ereignis. Auch mein Großvater war überwältigt von seinem Urenkel. Wir haben ihn regelmäßig besucht, aber das Thema Bienen kam nie wieder auf. Ich wollte es bei ihm einfach nicht ansprechen, weil ich denke, dass es ihm einfach leid tat und er es vermisste, sich um die Völker zu kümmern.

2010 sind wir dann nach Flörsheim umgezogen in ein kleines Häuschen mit einem kleinen Garten hinterm Haus. Dort haben wir dann Rasen verlegt, haben ein kleines Obstbeet angelegt, in welchem wir Erdbeeren, Himbeeren, ein Stachelbeerbäumchen und eine Blaubeere gepflanzt hatten. Da wir zu Beginn den Boden ca. 1/2 Meter abgetragen hatten, die Fläche mit einer 50:50 Mischung aus Kompost zu Muttererde wieder aufgefüllt hatten, ist alles super angewachsen und gedeiht.

2012 mussten wir dann einen sehr schweren Schicksalsschlag verkraften: Mein Großvater wurde mit einem weiteren Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert, wo er kurze Zeit später verstarb. Dieses Ereignis hat uns in ein tiefes Loch gestürzt. Auch unser kleiner Sohn, Tobias, war sehr traurig gewesen.
Einige Monate nach der Beerdigung habe ich mit meiner Frau über das Leben von meinem Großvater gesprochen, dabei bin ich auch auf seine tiefe Verbundenheit zu den Bienenvölkern eingegangen, sie war sofort hellauf begeistert, weil sie diese Tiere schon immer toll, faszinierend und unglaublich fand. Die Kommunikation im Stock, dieses Zusammenleben von 20.000 bis 50.000 Bienen....unbeschreiblich.
So fingen wir an, uns mit dem Thema Bienenhaltung auseinander zu setzen.

Meine Frau merkte schnell, dass das Aussuchen der für uns am besten geeigneten Beute (so nennt sich der Kasten, in dem man die Bienen beheimatet) eine Wissenschaft für sich ist und sie hat mir diese Entscheidung überlassen. Also habe ich Wochenlang Beiträge in Foren, Artikel und Flyern studiert. Am Ende war ich sehr angetan von der Dadant-Beute, da die Bienen dort in einem Brutraum gehalten werden (was unserer Meinung nach der natürlichen Lebensweise am nächsten kommt) und die Honigräume nur halb hoch und somit auch nicht so schwer sind, sodass meine Frau sie auch alleine anheben kann.

Als nächstes stand die Wahl der Bienenrasse an. Dabei standen uns 2 Rassen zur Auswahl: Carnica oder Buckfast. Die Carnica ist eine relativ alte Rasse, welche sich schon Millionenfach bewährt hat und als 2. die Buckfast. Diese Rasse wurde von Bruder Adam (Karl Kehrle) gezüchtet und weiter entwickelt. Sie wurde zu seinem Lebenswerk.

Wir hatten zwar schon einiges geplant, aber wir wollten uns vorher gerne einmal mit einem Imker unterhalten. Also haben wir den Kontakt zu einem lokalen Imkerverein gesucht. Nach einem kurzen Telefonat hat mir der Vorsitzende von dem Bienenfreunde-Rhein-Main Verein einen Namen von einem Imker in unserer Nähe gegeben. Diesen habe ich dann angerufen und von ihm eine Einladung zu einem seiner kleinen Stände in der Nähe für den selben Tag bekommen. Am Stand angekommen, hat er uns erstmal eine Einweisung in den Umgang und die Arbeiten an den Bienen gegeben. Danach sind wir dann zu seinen Beuten gegangen. Dort hatten wir dann einen Schock-Moment: Wir konnten uns den Beuten nur bis auf 3m nähern, da selbst auf diese Entfernung schon die ersten Bienen zum Angriff über gingen. Nach diesem Besuch kamen uns die ersten Zweifel, ob es vielleicht eine Schnaps-Idee von uns gewesen sein könnte.

Zwei Wochen später hielt der Verein ein Treffen ab und ich beschloss, an diesem Treffen teilzunehmen. Ich wurde freundlich empfangen, durfte mir auch den für diesen Abend geplanten Vortrag anhören und anschauen. Ich wurde bei, dem Treffen zwar toll in der Gruppe aufgenommen, persönlich habe ich mich allerdings nicht so wohl gefühlt. Es waren vorrangig ältere Mitglieder anwesend, welche auch teilweise ein wenig voreingenommen waren, als ich meinen Wunsch nach Dadant und Buckfast geäußert habe.
Dies gab uns den nächsten Dämpfer und wir waren noch mehr enttäuscht.
Aber aufgeben wollten wir noch lange nicht und so habe ich als nächsten Schritt den Imkerverein Wiesbaden kontaktiert. Auf diesen Verein sind wir gekommen, weil wir noch engen Kontakt zu Wiesbaden haben, ich bin dort aufgewachsen, Arbeite dort, unser Sohn wurde dort geboren, wir haben lange in Biebrich gewohnt und wir haben noch viele Freunde in Wiesbaden. Der Vorsitzende, Kurt Schüler, hatte uns für die nächste Woche zu sich in den Garten zu seinen Bienen eingeladen. Wir sind zu dritt bei ihm aufgetaucht und er hatte sich sehr viel Zeit für uns genommen. Zuerst hat er uns eine theoretische Einweisung gegeben, ist dabei richtig toll auf unseren kleinen Sohn eingegangen, als er gemerkt hat, dass es etwas langweilig für ihn wurde. Er hatte schon einen Stockmeißel und ein paar Utensilien vorbereitet, mit denen sich unser kleiner beschäftigen konnte. So hatten wir viel Ruhe und konnten alle unsere Fragen los werden. Kurt war zwar ein wenig irritiert, als wir von unserem Vorhaben mit Buckfast und Dadant erzählt haben, hat uns aber seine Unterstützung zugesagt. Er selbst habe nur wenig Erfahrung mit Buckfast und Dadant, versprach uns aber Kontakte zu Dadant bzw. Buckfast-Imkern herzustellen.
Danach folgte der praktische Teil, vor welchem wir nach dem vorigen Ereignis ein wenig bedenken wegen dem Kleinen hatten. Kurt konnte uns aber beruhigen indem er uns sagte: "Wenn ich auch nur die geringsten Bedenken hätte, würde ich mit euch nur in Schutzkleidung an die Bienen gehen". Unsere Ängste haben sind nach ein paar Minuten in nichts aufgelöst und wir konnten die Durchsicht des Volks voll genießen. Tobias durfte eine Wabe mit Hilfe des Stockmeißels ziehen und was vollauf zufrieden, als er von Kurt eine Drohne bekommen hat, die er über seinen Arm krabbeln lassen konnte, ohne gestochen zu werden.
Nach diesem Besuch stand unser Entschluss fest: Wir wollten mit der Imkerei anfangen und dem Wiesbadener Imkerverein beitreten

Dies waren unsere ersten, zarten Kontakte mit der Imkerei.



Viele Grüße wünschen Euch

Familie Fuchs