Also haben wir uns erstmal zusammen gesetzt und haben uns überlegt, wie wir wohl am Besten beginnen. entweder man kauft ein relativ günstiges Starter-Paket, in welchem dann alles drin ist, was man für den Start benötigt oder man stellt sich alles selbst zusammen und kann mit dieser Methode natürlich erheblichen Einfluss auf die Qualität der Materialien und Werkzeuge nehmen.
Nach einigem hin und her haben wir uns dazu entschlossen, uns kein Komplett-Paket zu bestellen. Wir wollten alle Werkzeuge und Materialien in der für unsere Maßstäbe passenden Qualität.
Als erstes und wichtigstes: Die Beuten natürlich. Da Bienen normalerweise in Baumstämmen leben war es für uns keine Frage: Wir wollten Holzbeuten. Aber auch bei holz gibt es verschiedene Holzarten, wobei jede ihre Vor- und Nachteile hat. Es gibt Beuten aus Weymouthkiefer und aus Kiefer. Beide haben unterschiedliche Eigenschaften. Die Weymouthkiefer hat etwas größere Poren im Holz, wodurch die Zargen etwas leichter sind und auch eine etwas bessere Isolation gegen Kälte und Hitze haben. Der preisliche Unterschied bewegt sich bei ca. 10 - 20 Euro pro Beute und wurde von deshalb bewusst vernachlässigt.
Als Anfänger fand ich es sehr schwer einen Überblick zu bekommen, was wirklich gebraucht wird und worin der Unterschied, der auf den ersten Blick gleichen Beuten, liegt. Festegetellt habe ich, dass Dadant-US nicht gleich Dadant-US ist. Jeder Hersteller kocht da so ein bißchen ein eigenes Süppchen. Wenn man dieses Jahr also seine Beuten von Händler A bestellt, nächstes Jahr von Händler B bedeutet das (leider) nicht, dass man die Rähmchen auch untereinander tauschen kann. Jeder Hersteller ändert eine Kleinigkeit an der Beute oder den Rähmchen um sie inkompatibel zum System der Konkurrenz zu machen.
Aus diesem Grund rate ich jedem, der mit der Imkerei anfängt: Fahrt zu den Händlern hin (macht nen Ausflug mit der Familie draus, wenn es weiter weg sein sollte. Denn meistens ist es so, dass ihr euch an einen Händler (mehr oder weniger) bindet. Ihr könnt natürlich jedes Jahr bei nem anderen Anbieter kaufen, aber damit werdet ihr nicht glücklich werden, denn meistens sind die Systeme eben nicht ganz kompatibel und hier oder da klemmt oder hakt etwas.
Uns hat das Konzept von Bienen Ruck überzeugt, es ist komplett, übersichtlich und auch Anfänger sehen sofort, was in dem Paket drin ist und was noch benötigt wird. Die Qualität ist das Beste, was wir bei den Besuchen der vieschiedenen Händler vorgefunden haben. Die Beute ist sehr hochwertig gearbeitet, der Boden ist aus Hartholz, was Sinn macht, weil das Hartholz nicht so empfindlich gegen nässe ist und der Beute ja auf dem Boden, einer Palette oder Steinen stecht. Der Deckel ist direkt aus Metall, er muss also nicht noch extra dazu bestellt werden. Herr Ruck war für uns immer erreichbar, hat versucht jedes unserer kleinen Problemchen zu erklären und stand uns auch nach dem Kauf noch helfend zur Seite.
Zu seiner Dadant-Beute gibt es einen schönen Flyer, den man auch als Übersicht nehmen kann, wenn man bei einem anderen Shop bestellen möchte, nur zur Übersicht, damit nichts vergessen geht ;-)
Hier habe ich mal unsere erste Bestellung nieder geschrieben:
2 Stück Dadant-Beute Komplett bestehend aus jeweils
1 Boden mit Varroaschub, mit Sommer & Winterfluglochkeil
1 Wärmebrett
1 Anflugbrett
1 Brutraumzarge
3 Honigraumzarge
1 Innendeckel
1 Dämmplatte für Innendeckel
1 Blechdeckel
1 Absperrgitter im Holzrahmen
1 Paar Lederhandschuhe
1 Stück Imkerbluse
30 kg Futter-Sirup
1 Stück Sonnenwachsschmelzer
1 Stück Smoker
1 Stück Nassenheider Verdunster professional (2 Stück in einer Verpackungseinheit)
5 kg Ameisensäure 60%
1 Stück Abkehrbesen
2 Stück Dadant Fütterer komplett
2 Stück Dadant Schied für Brutraum
1 Stück Dadant Holzrahmen mit 2 Bienenfluchten und Sperrholzplatte
2 Stück Dadant Abdeckfolie 480x480 mm
30 Stück Dadant Brutraumrähmchen nach Beer
80 Stück Dadant Honigraumrähmchen nach Beer
Den Futter-Sirup habe ich aus Vorsicht mal mit bestellt, denn ich weiß nicht, wie das Wetter sein wird, wenn wir unsere ersten 2 Völker im März bekommen. Da bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen und habe einen Kanister bestellt, wenn wir es nicht brauchen, haben wir schon einen Teil für die Einfütterung im Herbst.
Geärgert habe ich mich über mich selbst im nachnein, dass ich nicht gleich 2 Holzrahmen mit Bienenfluchten bestellt habe, ich denke bei der Honigernte sollte man beide Völker gleichzeitig ernten. Diesen werden wir also mit der nächsten Bestellung im Januar 2014 mit bestellen.
Bei aller Begeisterung für den Händler waren wir ziemlich enttäuscht über die Tatsache, dass wir keine pestizidfreien Mittelwände im Shop gefunden haben. Ein Anruf brachte klarheit: Pestizifrei
Diese haben wir dann (pestizifrei) bei Bienenweber bestellt:
4 kg Mittelwände Dadant Brutraum
8 kg Mittelwände Dadant Honigraum
Im nachhinein musste ich feststellen, dass es viel zu viel waren. Für einen Brutraum braucht man ziemlich genau 1 kg (wenn man ein bis zwei Baurahmen in die Beute hängt). In den 3 Honigräumen braucht man 2 kg. Zu unserem Leidwesen mussten wir auch hier wieder feststellen, dass die Händler untereinander nicht kompatibel sind: Die bestellten Mittelwände waren 1 - 2 cm zu hoch. Das macht aber nichts, man kann sie ganz einfach mit einem Teppichmesser abschneiden.
Nachdem die bestellten Artikel alle eingetroffen waren, haben wir natürlich sofort angefangen, die Zargen auf einander zu stellen, zu gucken und zu spielen. Wir waren mächtig stolz, was man auf diesen Bildern unmissverständlich erkennen kann:
Leider haben ich vergessen, dass man im Brutraum Abstandshalter in Form von Pilzköpfen für die Rähmchen haben sollte, damit keine Bienen zerdrückt werden, wenn man die Waben zieht oder verschiebt. Diese haben dann noch in einer Bestellung mit ein paar anderen Kleinigkeiten bestellt:
100 Stück Seitenabstandsstifte, 5mm vernickelt
200 Stück Seitenabstandsstifte, 7mm Abstand für Dadant-Rähmchen
5 Stück Honig-Eimer für 25kg, Kunststoff
1Stück Schlupfschleier mit Distanzreifen
1 Stück Imkerhut
Den 2. Imkerhut haben wir bestellt, weil meiner Frau der Erste nicht soooo gut gefallen hat, sie hatte etwas anderes erwartet. Jetzt haben wir den zuerst bestellten für unseren Tobias vorgesehen und meine Frau benutzt den 2, der gefällt ihr etwas besser. Ebenfalls haben wir schon ein paar Honigeimer zur Vorbereitung mit geordert.
Die Zargen haben wir nach dem "spielen" wieder ab gebaut und sicher bis nächstes Jahr in unserem Gartenhaus verstaut.
Ebenfalls haben wir uns Gedanken dazu gemacht, ob wir die Beuten mit einer Lasur, Farbe oder ähnlichem behandeln. Wir haben uns belesen und auch mit ein paar Imkern gesprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir die Beuten unbehandelt lassen. Anderen Imkern nach sollen unbehandelte Beuten ca. 15 - 20 Jahre halten, dies ist für uns absolut akzeptabel. Es geht bei unserer Entscheidung nicht um die Arbeit oder die Kosten, die durch einen Anstrich entstehen, wir denken vielmehr, dass Holz ein Naturprodukt ist, welche eine natürlich Diffusion von feuchtigkeit ermöglicht. Außerdem wollen wir die Bienen mit keinen evtl. noch ausgasenden Farben oder ähnlichem Belästigen, die Bienchen sind schon genug gestraft mit Varroa und PSM (PflanzenSchutzMitteln).
Zusätzlich haben wir uns zur Vorbereitung und zur Beschäftigung während der kalten Jahreszeit diese 3 Bücher gekauft:
Dr. Gerhard Liebig - Einfach Imkern
Bruder Adam - Meine Betriebsweise
Anette & Günther Seifried - Imkern mit angepasstem Brutraum
Auf diese werde ich in einem meiner nächsten Berichte ein gehen.
Viele Grüße und Frohe Weihnachten wünschen ich euch allen
Familie Fuchs
PS: Und lasst euch reich beschenken.


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