Samstag, 15. März 2014

Unverhofft kommt oft......

Hallo mal wieder und schön, dass ihr noch dabei seid.

Die letzte Woche ist einiges bei uns passiert: Wir hatten eigentlich den Entschluss gefasst, dass wir dieses Jahr 2 Wirtschaftsvölker und einen Ableger kaufen wollten. Zusätzlich wollten wir 2 eigene Ableger erstellen, wodurch wir am Ende des Jahres auf 5 Völker gekommen wären.

Nun benutze ich aber die Wörter "eigentlich", "wollten" und "wären". Irgendwas scheint also nicht so ganz nach Plan gelaufen zu sein.......


Aber der Reihe nach. Wir waren am 2. Samstag im März bei unserem Wochenende-Einkauf bei einem Bio-Bauernhof in der Nähe, als ich ein Regal mit verschiedenen Honigen entdeckte. Ich bin beim Eingang dann direkt nach rechts abgebogen im Richtung Honig-Regal, während meine Frau nach links zum Gemüse gegangen ist. Ich habe mir dann mal die Vielfalt und die Preise der einzelnen Sorten des Honigs angeschaut und verglichen.
Anscheinend hatte ich mich ein wenig intensiver mit dem Honig beschäftigt als ein normaler Kunde, denn auf einmal sprach mich ein Mann in grüner Latzhose an und verwickelte mich in ein Gespräch über Honig, Bienen, Bestäubung und Obst. Im Laufe des Gesprächs hat sich herausgestellt, dass der Herr der Obstbauer des Biohofs ist.
Natürlich habe ich ihm von unseren Plänen von der Imkerei erzählt und er schien auch sehr interessiert an meinen Ausführungen und Plänen. Kurze Zeit später fragte er mich, ob ich ein paar Minuten Zeit hätte. Ich bejahte und er nahm mich mit zu einer Führung über den Hof. Besonders beeindruckend fand ich die mehr wie einen Hektar große Obstplantage. Dort wächst alle: von Äpfeln über Birnen, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Himbeeren und auch Stachelbeeren. Beim Rundgang fragte er mich, ob ich nicht evtl. Interesse hätte, ein paar Völker in der Plantage zu deponieren.
Die Obstfelder sind toll, von allen Seiten mit wilden Bäumen und Büschen geschützt, immer jede Menge Leute, die ein Auge auf den Beuten haben, ein Bio-Betrieb, welcher Rücksicht auf die Bienen nehmen möchte.....für uns erschien es sehr verlockend.
Zuvor mussten wir aber aber noch die Erlaubnis von dem Geschäftsführer einholen. Leider mussten wir dafür aber das Wochenende abwarten. Die Erlaubnis selbst zu bekommen stellte sich aber erstaunlicherweise als nicht sehr Schwierig heraus; es war nach 3 oder 4 Telefonaten erledigt. Der Geschäftsführer ließ seinen Mitarbeitern in solchen Dingen freie Hand und er hatte auch nichts dagegen.

Mittwoch bekam wir das OK und wollten Abends bereits nochmal auf den Hof fahren, um mit dem Obstbauern alles weitere zu besprechen. Wir begrüßten ihn und er nahm uns alle mit in die Plantage. Dort erzählte er uns, dass er eigentlich schon einen Imker habe, der normalerweise jedes Jahr komme und 15 bis 20 Völker zu den Obstbäumen stellen würde. Allerdings gab es letztes Jahr einen Streit mit dem Imker, denn dieser wollte nach einer jahrelangen Symbiose zwischen dem Bio-Hof und dem Bio-Imker plötzlich Geld für die Bestäubungsleistung seiner Bienen haben. Dies konnte der Obstwirt allerdings nicht entscheiden, da er selbst dort nur ein Angestellter an dem Hof ist. Seit diesem Vorfall hat der Imker sich nicht mehr gemeldet oder gar blicken lassen...

Wir mussten dem freundlichen Herrn allerdings mitteilen, dass wir auf eine so große Völkerzahl noch nicht zurück greifen können, da wir dieses Jahr selbst erst mit der Imkerei beginnen. Er signalisierte trotzdem Interesse und so haben wir uns einen schönen Platz in den Obstbäumen ausgesucht. Leider konnte er uns nicht anbieten, den Honig auch in dem sehr großen und gut besuchten Hofladen anzubieten, denn dafür müsste unsere Imkerei/unser Honig ein Bio-Siegel besitzen, was es leider noch nicht hat.
Zu Hause ging es wieder ans Telefon: Wir wollten vom Züchter unseres Vertrauens wissen, ob er dieses Jahr noch weitere Völker an uns liefern könne. Er sagte uns 5 weitere Völker zu; diese allerdings erst zum Ende Juni, Anfang Juli.
Wir sagten sofort zu und begannen mit der weiteren Bestellung: 5 weitere Beuten, hunderte Rähmchen, 16 kg Bio-Mittelwände, Futtersirup, Abfüller und ein digitales Honigrefraktometer. Es war 1:30 Uhr am Donnerstag Morgen, als wir endlich ins Bett sind; aber mit einem Plan im Kopf.
Wir werden die zwei für April bestellten Wirtschaftsvölker und den 3-Waben-Ableger in die Obst-Felder stellen, von den 2 Wirtschaftsvölkern wollen wir dann Ende April - Anfang Mai jeweils einen Ableger machen; jeweils einer kommt zu uns in den Garten und der andere zu dem Ehepaar, welches uns ihren Garten bereits 2-3 Wochen vorher zur Verfügung gestellt hatte. Wenn die 5 weiteren Ableger im Juni kommen, werden wir diese so verteilen, dass wir in dem Obst-Feldern 5, bei dem netten Ehepaar 3 und bei uns im Garten 2 stehen haben werden. Dies bedeutet aber auch, dass wir Ende des Jahres 10 Völker gegen die Varroa-Milbe behandeln müssen und alle 5 dann auch noch einfüttern müssen.....mal sehen wie das alles klappt.

Am Freitag Abend sind wir dann nochmals auf den Hof gefahren, um dem Herrn mitzuteilen, wie wir es vor haben und wie der Zeitplan ungefähr aussieht. Wir hatten unseren kleinen Sohn dabei und er hatte sehr viel Spaß auf dem Hof, denn dort gab es sehr viel für ihn zu entdecken: Hühner, Wachteln, Tauben,Esel......und auch Hasen. Diese werden dort gezüchtet, um dann später in der Metzgerei in der Theke zu liegen. Die Tiere hatten alle einen sehr großen und gepflegten Stall, die Tiere sahen sehr gepflegt und gesund aus. Die Tiere hatten keinerlei Angst vor Menschen, kamen an das Gitter gehoppelt und ließen sich streicheln. Einer dieser Hasen, ein schneeweißer hatte nur noch ein Ohr. Es war keine Wunde mehr zu sehen, also musste das Geschehene schon weiter zurück liegen. Wir fragten die Dame, welche die Tiere gerade fütterte, was denn passiert sei. Sie antwortete, dass der Fuchs eines Nachts durch eine kleine Öffnung im Zaun herein sei und sich den Hasen schnappen wollte. Dabei hat der Hase zwar sein Ohr verloren, sein Leben aber behalten können.
Uns tat der Hase so leid, dass wir heute Vormittag einen Käfig, Einstreu, Heu und Stroh besorgten und zu Hause vorbereiteten. Bei unserem normalen Wocheneinkauf, am Samstag, auf dem Bauernhof traten wir an die Pflegerin der Hasen heran und fragten sie, ob sie uns den Hasen verkaufen würde.....und was soll ich sagen? - Wir sind nun Besitzer eines (Ein)Ohr-Hasens. Er ist noch ein wenig scheu, aber wohl auf.

So schnell kann es gehen und sich weiter entwickeln.


Viele liebe Grüße Eure


Familie Fuchs

Freitag, 7. März 2014

So schnell kann es gehen.....

Hallo. Wir hoffen, es geht euch allen gut.


Vor 3 Wochen haben wir bei verschiedenen Leuten bei uns in der Stadt geklingelt und haben gefragt, ob wir ein kleines Eckchen in ihrem Garten mieten können um dort ein paar Beuten inklusive Bienen aufzustellen. Unter anderem haben wir in einer Gärtnerei hier im Ort gefragt. Jedoch zeigten sich die Besitzer etwas unsicher, weil sie Angst um ihre Mitarbeiter hatten. Auf dem Heimweg kamen wir an einem total verwilderten Gartengrundstück vorbei. Sofort klingelten wir bei den Nachbarn dieses Grundstücks. Diese gaben uns bereitwillig Auskunft und sagten uns, wo die Besitzer wohnen. Sie fragten uns aber auch nach unserer Telefonnummer, da sie ein paar Obstbäume besitzen und die Ernte nicht mehr so gut sei. Sie wollten uns mal anrufen und uns einen Stellplatz für ein paar Völker zur Verfügung stellen. Noch am selben Abend klingelten wir bei den Besitzern des verwilderten Grundstücks und erkundigten uns nach diesem. Leider mussten wir erfahren, dass der Garten ab dieser Saison selbst von den Eigentümern hergerichtet werden sollte. Wir waren ein wenig niedergeschlagen und gingen nach Hause.

Allerdings ließen uns die netten Nachbarn keine Ruhe. Sie machten auf uns den Eindruck, als würden sie schon lange hier wohnen und hätten evtl. den ein oder anderen Kontakt mit Garten für uns.
Aus diesem Grund bin ich ein paar Tage später nochmals alleine zu ihnen gelaufen und teilte ihnen die Antwort der Besitzer mit. Sogleich bedankte ich mich aber nochmals für die freundliche Unterstützung und fragte sie, ob sie sich vielleicht mal etwas umhören könnten, ob nicht irgendjemand ein kleines Grundstück zu vermieten oder verkaufen hat. 

Die Eheleute überlegten kurz und boten uns dann in ihrem Garten einen Platz für 3 Beuten inkl. Bienen an. Wir waren total happy und gingen heim.

Mein Frau und ich haben uns eine Woche spater zusammen gesetzt und haben uns mal unterhalten, wie es mit unserer Imkerei weiter gehen sollte. Meine Frau wollte die Chance beim Schopfe packen und den uns angebotenen Platz mit 3 Ablegern füllen. Also haben wir kurzentschlossen noch 3 weitere Beuten, ein bißchen weiteres Material und einen Ableger beim Züchter unseres Vertrauens bestellt.

Nun starten wir mit zwei Wirtschaftsvölkern und einem Ableger. Zusätzlich wollen wir aus jedem Wirtschaftsvolk einen Ableger erstellen, sodass wir (hoffentlich) mit fünf Völkern in den Winter gehen.

Die Beuten sind alle vorbereitet, die Mittelwände sind in die Rähmchen eingelötet, die Brutraumrähmchen sind mit Abstandhaltern versehen und warten nur auf ihren Einsatz.

Am 7. März haben wir eine Verabredung mit den Besitzern des Gartens zu einer Besichtigung des Grundstücks und zum aussuchen des Stellplatzes.


Viele liebe Grüße

Familie Fuchs

Sonntag, 26. Januar 2014

Drohnen schneiden - Pro und Contra

Hallo und willkommen in unserem Blog.
Es freut uns, dass ihr uns weiter folgt, euch für unsere Imkerei und unser Vorankommen interessiert.
Bevor wir zum heutigen Thema kommen, möchten wir euch von einem großen Problem erzählen, vor welchem wir gerade stehen: Da wir keinen allzu großen Garten haben, haben wir hier auch nur begrenzten Platz für Beuten. Aus diesem Grund war ich letzte Woche bei unserer Stadtverwaltung, um mal nachzufragen, an wen man sich wenden kann, wenn man einen Schrebergarten in Flörsheim, Wicker oder Weilbach pachten möchte. Die Antwort hat mich umgehauen. Der für die Gärten zuständige Sachbearbeiter sagte mir, dass es eine Wartezeit von 7 Bis 10 Jahren gibt! Das ist absolut erschreckend, da wir hier schon ein wenig ländlich wohnen, mit vielen Feldern und Wäldern darum herum. Jetzt versuchen wir die Besitzer von abgezäunten, unbenutzten Freiflächen ausfindig zu machen um sie zu fragen, ob die Fläche zu vermieten ist. Dies ist allerdings auch ein schwieriges Unterfangen, weil es nicht immer einfach ist den Besitzer eines Grundstücks heraus zu finden.

Aber kommen wir zum eigentlichen Thema: Was macht man (wir) mit der Drohnenbrut?
In vielen Imker-Büchern wird das Drohnenbrut schneiden propagiert. Auch in dem wohl bekanntesten Buch von Dr. Gerhard Liebig - Einfach imkern. Es ist eines der Standardwerke für den Einstieg in die Imkerei. Dieses Verfahren soll die Varroar Population verringern, da die Milbe wohl Drohnenbrut bevorzugt. Es ist schon richtig, dass die Milbe Drohnenbrut bevorzugt, allerdings anscheinend nur die Zellen, welche bereits mehrfach bebrütet und somit mehrere Puppenhäutchen enthält. Aus dem gerade genannten Grund macht es auch wenig Sinn den Baurahmen ständig auszuschneiden, denn das Rähmchen wird danach wieder mit neuem Wabenbau errichtet.
Wie haben von Imkern gelesen, die sich die Mühe gemacht haben, eine verdeckelte Drohnenbrutwabe in das Gefrierfach zu legen, die Puppen auszuschlagen und die Varroen auszuzählen: Es waren in der gesamten Wabe 7 Milben zu finden. Und das rechtfertigt dieses Vorgehen wohl kaum. 
Außerdem besteht durch das ständige Drohnenbrutschneiden ein permanenter Drohnenmangel, wodurch es zu Problemen bei der Begattung einer neuen Königin kommen kann. Dies ist sehr problematisch, wenn man im Frühjahr Ableger erstellen möchte und die neue Königin am Stand nicht begattet werden kann, weil keine Drohnen vorhanden sind.

Bei uns kommt sogar noch ein weitere Beweggrund hinzu: Wir haben im Ort einen weiteren Imker mit 2 oder 3 Völkern im Garten. Diesen haben wir im Juli oder August schon einmal besucht. Bei unserem Besuch hat er uns sehr viele, interessante Dinge erzählt und gezeigt. Unter anderem hat er uns natürlich voller Stolz seine Beuten inkl. Bienen gezeigt. Als wir uns den Beuten allerdings (von hinten!) näherten, wurden wir im Abstand von ca. 3m heftigst attackiert. Er entschuldigte sich dafür und sagte uns dass dies zu dieser Jahreszeit normal sei. Später fanden wir heraus, dass es nicht so sein muss. Da wir niemanden vor den Kopf stoßen wollen, haben wir den Imker natürlich nicht auf seine Stecher angesprochen. Allerdings haben wir für uns beschlossen, dass wir unsere Drohnen frei fliegen lassen wollen, vielleicht bekommen wir es ja hin, dass seine neuen Königinnen von unseren Drohnen begattet werden und er es auch etwas einfacher hat.

Wir denken einfach, die Drohnen gehören in ein Bienenvolk und sollten dort auch bleiben. So ein kleiner Massenmord alle 3 oder 4 Wochen muss ja auch nicht sein. Die Herren werden im Herbst eh mehr oder weniger unsanft vor die Tür gesetzt.

Da bei uns aber immer alles (bis jetzt noch) graue Theorie und Wunschdenken ist, wollen wir uns natürlich jede Möglichkeit zu Varroa-Bekämpfung offen lassen. Und deshalb werden wir im Brutraum (zumindest am Anfang) mit Mittelwänden arbeiten und einen Baurahmen einhängen. Dann werden wir uns halt mal ein paar verdeckelte Zellen anschauen und die Varroa-Belastung auszählen. Sollte diese sehr hoch sein, kann man die Wabe ja immer noch ausschneiden und einschmelzen. Falls die Belastung nicht so hoch sein sollte, kann man den Test bei der nächsten Bebrütung wiederholen und dann ggf. ausschneiden.
Nur wohin mit der ausgeschnittenen Wabe, welche dann die Drohnenmaden enthält? Vermeiden sollte man es, diese auf den Kompost zu schmeißen oder gar in einen Baum zu hängen, damit ihn die Vögel auspicken können. Auch an Nutztiere sollte man sie nicht verfüttern. Das Problem ist dabei, dann man nicht ausschließen kann, dass nicht ein paar Bienen aus benachbarten Völkern von den Waben angelockt werden und sich mit evtl. mit noch nicht vom Imker entdeckten Bienenkrankheiten anstecken.
Auch das ausschmelzen kann das ein oder andere Problem auftreten: So hinterlassen die Drohnenmaden z.B. ein sehr unschönes Bild im Sonnenwachsschmelzer, wenn sie im Sieb hängen bleiben. Dies kann man umgehen, wenn man ein Stück Gärtner-Vlies unter das Rähmchen legt. Der Wachs schmilzt, fließt durch das Vlies, durch das Sieb und dann in die Wachsauffangschale. Die Maden hingegen bleiben auf dem Vlies liegen und können z.B. in die Bio-Tonne entsorgt oder vergraben werden.

Ich denke mi unserer Vorgehensweise haben wir einen guten Mittelweg gefunden und die Zukunft wird es zeigen, ob es so funktioniert, wie wir uns das Vorstellen.


Viele Grüße und hoffentlich bis zum nächsten mal



Eure Familie Fuchs




Samstag, 11. Januar 2014

Futter - Was gibt man Bienen wenn man den Honig geerntet hat?

Hallo.
Mit dem Thema der Bio-Imkerei haben wir auch unweigerlich einen Ausflug in das Thema des geeigneten Futters für die Bienen gemacht. Wenn man den Kleinen im Sommer ihre Vorräte in Form von Honig weg nimmt, muss man ihnen einen adäquaten Ersatz anbieten, damit die Bienen den Winter überleben und im neuen Jahr gut starten können.
Man steht vor der Entscheidung ob man Kristallzucker mit Wasser selbst mischt, invertierten Zuckersirup oder einen künstlichen Zuckersirup (auf Mais oder Weizenbasis) kauft.
Da ich zu diesem Thema noch keine Studien gefunden haben, mussten wir uns selbst einlesen und eine Entscheidung treffen, welche ich hier gerne erläutern möchte: Die Bienen fliegen zu den Blüten einer Pflanze und sammeln dort Nektar. Der Nektar besteht aus verschiedenen Zuckerarten und ist durch einen hohen Wasseranteil relativ flüssig. Die Biene gibt dem Nektar verschiedene Enzyme zu, welche die Sacharose (eine Zuckerart) in Glucose und Fructose aufspaltet. Ebenfalls dickt die Biene den Nektar ein, damit er nicht aus den Waben läuft und haltbarer wird.
Wir für unseren Teil haben entschieden, da wir der Biene schon ihren Wintervorrat weg nehmen, sollten wir sie nicht noch zusätzlich mit dem invertieren von Zuckerwasser belasten.
Ich kann nicht sagen, ob diese Entscheidung richtig oder falsch ist, für uns fühlt sie sich aber richtig an. Wir haben schon darüber nach gedacht, die Bienen auf Honig überwintern zu lassen, es gibt aber spezielle Anforderungen an den Honig, der für die Überwinterungen der Bienen in der Beute verbleibt. Dieser darf z.B. nicht aus Waldhonig sein, da dieser über den Winter auskristallisieren kann und die Bienen ihn dann nicht mehr fressen können und somit verhungern würden. Außerdem sind dunkle Honige sehr ungeeignet, denn sie belasten die Kotblase den Winter über nur unnötig, weil diese Honige sehr viele Mineralien enthalten. Da wir als Neulinge aber noch nicht über die nötig Erfahrung verfügen, die Honige von einander zu unterscheiden, lassen wir es am Anfang lieber. Warum das Leben der Bienen aufs Spiel setzten, wenn man sie auch mit einer Alternative sicherer durch den Winter bekommen kann?

Als Alternative kann man seinen Bienen auch ein Zucker-Wasser-Gemisch auftischen. Dieses muss die Biene allerdings noch invertieren, bevor sie es als Wintervorrat einlagern kann. Dieses invertieren bedeutet für die Biene nochmals eine zusätzliche Belastung. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wie groß diese Belastung ist, aber sie existiert.

Man kann auch invertierten Zuckersirup kaufen. Dieses Produkt besteht aus Saccharose, welche durch eine Säure (die so genannte Invertase) in Glucose und Fructose aufgespalten wird. Bei diesem Verfahren zum herstellen von Invertzucker kann bei zu viel Hitze ein Stoff mit dem Kürzel HMF entstehen. Dieser Stoff könnte auf den Menschen krebserregend sein und wirkt bei Bienen in erhöhten Mengen tödlich. Deshalb sollte man bei Invertzuckersirup immer darauf achten, dass er als Futtermittel frei gegeben ist. Bei den Futtermitteln wird drauf geachtet, dass sich der HMF-Gehalt innerhalb der Gesetzlichen normen für Futtermittel befindet. Es gibt diverse Anleitungen im Internet, wie man Invertzucker selbst herstellen kann. Von der Herstellung ist allerdings abzuraten, denn man kann hinterher nur im Labor überprüfen, welchen HMF-Gehalt der selbst hergestellte Sirup hat. Wenn man dies nicht tut, läuft man Gefahr, seine Bienen zu vergiften und zu töten.

Als weiteres Futtermittel gibt es noch das sogenannte Glucosesirup, welches aus Mais- oder Weizenstärke besteht. Er ist auch schon invertiert, sodass die Bienen nicht mehr viel Arbeit haben und diesen nur noch ein wenig eindicken müssen, bevor sie ihn einlagern. Dieser Sirup besteht aus Stärke, welche durch Enzyme in Glucose und Fructuse aufgespalten wird. Ein weiterer Vorteil des Mais- oder Weizensirups ist, das Sirup lockt die Bienen nicht so sehr an, sprich es löst nicht so schnell ene Räuberei aus.

Für uns kommt nur Sirup in Frage, welcher bereits invertiert ist (dies ist eine persönliche Einstellung). Leider haben wir bis jetzt noch keinen Sirup gefunden, der aus biologisch angebautem Zucker oder Stärke besteht. Als erstes hatten wir uns für invertierten Zuckersirup entschieden. Bei diesem stellt sich aber das Problem des Versands. Paletten weise bekommt man den Sirup in fast jedem Imkershop. Wir benötigen für den Anfang (grob überschlagen) 60-80 kg Sirup. Das sind für Verkäufer kleine Mengen, bei denen sich der Aufwand zum versenden nicht rentiert. Aus diesem Grund haben wir uns (zumindest für das erste Jahr) für Glucosesirup aus Weizenstärke entschieden.
Im Moment haben wir noch viel Zeit zum lesen von Imkerlektüren, aber ich denke, damit ist es vorbei, wenn das Frühjahr erst da ist. Dann fängt unser Imkerkurs an, im Garten stehen dann 2 Beuten voll mit Bienen und der praktische Lernprozess beginnt. Da bleibt nur noch wenig Zeit sich um das Futter Gedanken zu machen.
Unserer Meinung nach, sollte jeder Imker nur noch biologisch angebaute Futtermittel für seine Bienen verwenden, denn es kann nicht sein, dass Imker nach biologischer Landwirtschaft, speziell auf den Verzicht von Pflanzenschutzmitteln schreien, im Gegenzug dann aber den billigsten Zucke im Discounter kaufen. Das passt nicht zusammen. Wenn mehr Leute zu biologisch angebauten Produkten greifen würden, dann würden die anderen Landwirte auf ihren Produkten sitzen bleiben und würden ihren Hof evtl. auf eine andere Betriebsweise umstellen.

Im Moment suchen wir Futtermittel, welche unseren Ansprüchen genügen. Am liebsten hätten wir invertierten Futtersirup in Bio-Qualität. Und wenn das schon (im Moment) nicht erfüllbar ist, dann wenigstens Glucosesirup aus biologisch angebautem Weizen oder Mais.

Wenn da jemand einen Tipp für uns hat wären wir sehr dankbar.

Wir haben noch eine interessante Seite empfohlen bekommen, in welcher es um die genaue Zusammensetzung der einzelnen Futtermittel geht. Wir wollen euch diese Seite natürlich nicht vorenthalten. Einführung in die Imkerei/ Einwinterung


Wir hoffen, wir konnten ein paar Unklarheiten beseitigen und wünschen Euch alles Gute



Familie Fuchs

Montag, 6. Januar 2014

Bio-Imkerei - Ja oder Nein?

Hallo und ein frohes, neues Jahr wünschen wir Euch allen!

Wir hoffen, ihr habt Silvester gut überstanden und seid gut im neuen Jahr angekommen.

Mitte November habe ich in meiner G+ Community Imkerei Fuchs einen Post verfasst, in der es um den Sinn oder Unsinn einer Bio-Zertifizierung der eigenen Imkerei geht. Der Post ist hier zu finden. Nach dem Post von mir habe ich ein wenig mit +Jürgen Hörmann über dieses Thema diskutiert und mir ist klar geworden, dass es nicht immer so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Ich stehe weiterhin zu meiner Aussage: Eine Bio-Zertifizierung macht in meinen Augen keinen Sinn, denn man kann die Bienen nicht dazu bringen, dass sie keine Blüten anfliegen, welche mit Pflanzenschutzmitteln in Berührung gekommen sind.
Und wenn man sich zertifizieren lässt, weil man nur Bio-Zucker verfüttert, nur Bio-Mittelwände oder Naturbau in seinen Beuten betreibt und auch noch unbehandelte Holzbeuten besitzt, dann ist das alles super. Auch für die Bienen finde ich das toll, aber wie kann so sichergestellt werden, dass der Honig auch in Bioqualität aus der Schleuder kommt? Meiner Meinung nach: Gar nicht.
Anders herum finde ich es aus Sicht des Verbrauchers, der meiner Meinung nach hauptsächlich auf das BIO-Siegel achtet, weil er sich einen Qualitätsvorteil von diesen Produkten erhofft, aber nicht ehrlich, diesem Honig ein Bio-Siegel zu gewähren.
Als ehrlicher würde ich es empfinden, wenn man die Bienen bei einem Bio-Bauern auf stellt, der um seinen Hof herum nur Bio-Felder bewirtschaftet. Was dies betraf, hat mir +Jürgen Hörmann aber wiederum ein wenig die Augen geöffnet und mich darauf hin gewiesen, dass es so rum auch nicht sein dürfe, denn das würde bedeuten, dass man im Umgang mit den Bienen noch so eine Schlamperei begehen dürfe, man seinen Honig aber trotzdem mit Bio kennzeichnen dürfe. Dies darf selbstverständlich auch nicht sein.
Ich habe also festgestellt, dass dort noch vieles im Argen liegt. Also musste ich mal wieder recherchieren. Heraus gekommen ist dabei die Erkenntnis: Will man sich den Bienen und dem Endverbraucher gegenüber korrekt verhalten, hat man es ganz schön schwierig.

Die Frage ist: Warum kauft man Lebensmittel in BIO-Qualität? Es gibt 2 "Gruppen", die erste kauft Bio weil sie sich etwas Gutes tuen möchte und der Meinung ist, dass Bio nicht mit chemischen Mitteln behandelt wird und somit (theoretisch) sofort verzehrt werden kann. Die andere Gruppe kauft Bio, weil sie auf die Nachhaltigkeit wert legen, mit der diese Produkte angebaut werden. Ich schätze der Anteil der Gruppen zu einander liegt bei etwa 90% von Gruppe 1 zu 10% von Gruppe 2. Da gegen ist ja auch nichts einzuwenden, wir selbst gehörten bis vor kurzem eher zur ersten Gruppe (wobei meine Frau trotz alledem sehr auf die Umwelt achtet und ihr die Ökologie auch sehr wichtig ist).
Nichtsdestotrotz musste ich während meiner Recherche erkennen, dass es unmöglich ist, anhand der Verpackung (Siegel, Auszeichnungen, Prämierungen etc.) festzustellen, wie qualitativ hochwertig oder auch eben nicht, ein Lebensmittel ist. Dabei spielt Vertrauen eine sehr große Rolle. Sicherlich ist es gut, dass es Verbände gibt, die ihren Mitgliedern vorgaben machen, die diese einzuhalten haben, wenn sie das jeweilige Gütesiegel tragen wollen, aber die Anforderungen sind teilweise relativ großzügig ausgelegt.

Bleiben wir beim Thema Bienen und Imkerei. So schreibt ein großer Verband schreibt beispielsweise in seinen Richtlinien:

Bei der Aufstellung der Bienenvölker sind biologisch-dynamisch bewirtschaftete
Flächen, ökologisch bewirtschaftete und naturbelassene Flächen
zu bevorzugen. Zumindest in der Umgebung der Überwinterungsplätze
müssen jährlich die biologisch-dynamischen Präparate ausgebracht 
werden.
Das klingt ja erstmal gut, aber es ist das Wörtchen "bevorzugen" in dem Text enthalten, das bedeutet ja im Umkehrschluss: Wenn es keine ökologisch bewirtschafteten Flächen gibt, dann kann man sie auch in der Pestizid-Hölle hin stellen.
Und ob dann der Honig so unbelastet ist, das kann sich jeder ausmalen...
Als nächstes Frage ich mich, was der 2. Teil des Paragraphen bezwecken soll. Warum sollen an dem Überwinterungsplatz der Völker biologische Präparate ausgebracht werden? Ich verstehe diesen Satz so, dass man dort, wo die Bienen den Winter über stehen eine Bio-Blumenwiese sein soll. Und was bringt diese Wiese im Winter, wenn die Bienen eh in der Wintertraube zusammen hängen und sich nicht aus der Beute bewegen?

Ich denke, die Verbände sollten noch ein wenig ihr Anforderungen verschärfen und über die bestehenden an die tatsächlichen Anforderungen anpassen.

Es würde meiner bescheidenen Meinung nach durchaus Sinn machen, einen biologisch bewirtschafteten Pflicht-Teil der Flächen von 50% zu verlangen. Dies sollte doch zu schaffen sein, da wir hier von einer Fläche von ca. 4km² reden. 

Aber vielleicht sehe ich das alles auch ein bisschen zu ideologisch und ich sollte mich von meinen Wunsch-Vorstellungen trennen, ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass ich versuchen werde einen guten Mittelweg zu finden, mit dem wir den Honig mit einem guten Gewissen an die Kunden verkaufen können.


Eine letzte Anmerkung noch: Wir sind absolut nicht gegen die ökologische Landwirtschaft, im gegenteil, wir finden es toll, wenn Landwirte aufhören, ihre Felder mit PSM zu besprühen um den Kunden wieder ein unbelastetes Naturprodukt anbieten zu können. Und wir verstehen auch, dass sich der Preis durch eine solche Landwirtschaft erhöht. Aber so lange das Endprodukt eine gute Qualität hat, sind wir (und ich denke auch andere) gerne bereit auch etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
Leider bringt es nichts, wenn sich einzelne Landwirte auf so eine Betriebsweise umstellen, den die PSM werden vom Wind und Regen auch auf die biologisch angebauten Flächen getragen.
Ein Umdenken sollte stattfinden und das nicht erst in 20 Jahren.


Viele Grüße

Eure Familie Fuchs

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Die Auswahl der Bienenrasse

Am Anfang prasseln ziemlich viele Informationen auf jemanden herein, der mit der Imkerei anfangen möchte. Dies kann mit unter auch ziemlich er- oder abschreckend sein. Als wir das erste mal etwas in den verschiedenen Imkerforen gestöbert haben, wurde uns schnell klar, dass der ungeteilte Brutraum der Dadantbeute unser Favorit ist. Und da Dadant immer so ein wenig mit Buckfast in Verbindung gebracht wird, wollten wir uns der Buckfast nicht entziehen.
Aber leider ist es im Leben nicht so einfach. Wenn wir uns mit Imkern aus der Region unterhalten haben, haben dieses spätestens wenn wir das Wort "Buckfast" in den Mund genommen haben, die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Es fielen dann Aussagen wie: "Was wollt ihr denn mit solchen Bastarden? Nehmt lieber Carnica, die sind wesentlich besser." Wenn man die Imker dann gefragt hatte, was genau denn an der Carnica besser sei, kamen selbst für mich als Anfänger nur Antworten, die mich wenig überzeugen konnten: "Die Carnica ist besser angepasst an den Lebensraum hier", "Die Buckfast frisst dir die Haare vom Kopf" oder auch "Was machst du, wenn du dringend mal ne neue Königin brauchst?". Erstaunlicherweise waren das alles reine Carnica Imker, die nach eigenen Aussagen noch nie ein Buckfast Volk besessen haben; immer nur befreundete Imker oder Bekannte, die von ihren Erfahrungen berichtet haben. Ein Imker aus einem Ort in der Nähe war nicht direkt gegen Buckfast, er bat mich aber, ihm das nicht an zu tun, weil er seine Königinnen am Stand begatten lässt und er Angst hatte, dass eine Mischung aus Carnica und Buckfast sehr aggressive und stechlustige Bienen hervorbringt.
Dies alles hatte uns gezeigt, dass man sich (anscheinend) die Entscheidung doch nicht so einfach machen kann und dass wir uns wohl noch ein wenig mehr mit der Wahl der Bienenrasse beschäftigen mussten.
Also haben wir angefangen zu recherchieren und zu lesen.
Dabei sind wir natürlich auch etwas tiefer in die Geschichte hinter die Bienenrassen eingestiegen.
Die in Deutschland wohl am stärksten vertretene Rasse ist die Carnica, gefolgt von der Buckfast. Es gibt noch weitere Rassen, die in Deutschland aber nur eine Minderheit vertreten. Da wir uns zu den Anfängern zählen, werden wir natürlich nicht mit ner exotischen Biene anfangen, sondern schön brav erstmal mit dem, wo man Hilfe bekommen kann lernen und da bleiben noch 2 Rassen auf der Liste stehen, auf die wir nun im Folgenden eingehen möchten:

Die Carnica (eigentlich Kärntner Biene) ist eine Unterart der Westlichen Honigbiene und somit natürlich entstanden. Sie hat sich nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland schnell verbreitet, aufgrund ihrer Fähigkeit mit warmen Sommern und kalten Wintern gut zurecht zu kommen. Bei ihrer Verbreitung hat sie aber auch die Dunkle Europäische Biene fast komplett verdrängt, aufgrund ihrer höheren Volksstärke und damit auch höheren Honigertrags. Diese Art hat aber unserer Meinung nach einen entscheidenden Nachteil: Sie hat einen ausgeprägten Schwarmtrieb, was evtl. für Anfänger problematisch oder gar frustrierend sein kann. Wir denken z.B. daran, wenn auf einmal ein Nachbar an der Tür klopft und ziemlich sauer verlangt, den Schwarm von seinem Dachfirst zu entfernen. Es graut mir gelinde gesagt davor, auf einer Leiter zu stehen, in der einen Hand den Schwarmfangbehälter zu haben und in der anderen den Abkehrbesen und dann freihändig zu versuchen den Schwarm zu fangen. Wenn man dann noch an einer unerwarteten Stelle einen Stich ab bekommt, kann das ganz leicht zu einem Unfall führen. Als weiteren kleinen Makel ist hier noch aufzuführen, dass bei ausbleibender Tracht, die Königin relativ schnell aus der Eilage geht, sprich wenig Blüten = wenig neue Bienen, was als Resultat hat, dass die Bienen bei wieder einsetzender Tracht nicht die volle Volksstärke besitzen kann. Bei der Zucht der Carnica wird auch das Aussehen der Bienen berücksichtigt, man möchte also eine bestimme Farbausprägung der Biene haben, was sich gegebenenfalls negativ auf das Verhalten auswirken kann.

Die Buckfastbiene dagegen wurde von Bruder Adam (Karl Kehrle *3.08.1898 † 1.09.1996) seit dem Jahre 1916 auf ihr Verhalten hin gezüchtet. Die Buckfastbiene wurde ausschließlich auf ihre erwünschten Eigenschaften hin gezüchtet. Das Aussehen, wie etwas Behaarung, Farbausprägung des Hinterleibes oder Beschaffenheit der Flügel wurde bei dieser Zucht völlig außer Acht gelassen. Bruder Adam wollte eine sanftmütige, schwarmträge aber dennoch ertragreiche Bienenrasse züchten, die der modernen Imkerei von Nutzen ist. Er hat sein ganzes Leben diesem Ziel gewidmet und ständig neue Rassen in seinen Hauptstamm integriert. Wir denken, dass diese Arbeit nicht umsonst gewesen sein kann und wenn viele Leute mit Begeisterung von dieser Bienenrasse berichten, kann sie ja wohl kein kompletter Reinfall sein. Wenn diese Rasse wirklich so Schwarmträge ist, wie es beschrieben wird, dann ist sie gerade für Anfänger (unserer Meinung nach) super geeignet. Einen entscheidenden Nachteil hat natürlich auch die Buckfast: Ihr Futterverbrauch liegt ca. 10-20% über dem der Carnica. Dies sollte man beim Einfüttern im Sommer berücksichtigen.
Natürlich können wir die Bedenken der Imkerkollegen verstehen, wenn diese Angst vor Stechern haben, gerade wenn sie älteren Baujahres sind und in den 60er Jahren die Umstellung von der dunklen Europäischen Biene auf die Carnica miterlebt haben; dabei muss es wohl Berichten zufolge desöfteren bei Verpaarungen der beiden Rassen zu sehr stechlustigen Völkern gekommen sein.
Diese Imker kann man allerdings beruhigen: In dem Buckfaststamm ist die Carnica schon lange eingeflossen, noch unter der Leitung von Bruder Adams. Und dieser hätte den Carnica-Stamm niemals in den Buckfast-Stamm einfließen lassen, wenn er Bedenken im Bezug auf das Verhalten der Bienen gehabt hätte, zumal er jede Neuzüchtung mehrere Jahre unter strenger Begutachtung parallel zum Haupt-Buckfast-Stamm hat laufen lassen. Wenn es irgendwelche ungewollten "Nebenerscheinungen" gegeben hat, hat er eine Linie komplett fallen gelassen.

Wir denken, dass es führ einen erfahrenen Imker ein leichtes wäre, dass auch ein überzeugter Carnica-Imker, sich mal ein Volk Buckfast hinstellt und dieses Volk mal vorurteilsfrei bewirtschaftet. Aber genau an diesem Punkt scheint es bis jetzt noch zu scheitern. Wir haben in diversen Foren, in den Medien und auch im Imkerverein schon so viel von Problemen mit PSM (Pflanzenschutzmitteln) gehört, da sollten sich doch alle Imker (egal ob Carnica, Buckfast, Nigra oder was auch immer) zusammentun und dagegen was unternehmen, denn DAS bedroht alle Völker und trennt nicht nach Rassen.


Ich muss zugeben, als wir uns im Sommer dazu entschlossen hatten, unsere eigenen Bienen durch die Gegend fliegen zu lassen, hatten wir noch keine Ahnung, dass das Jahreshoch der Biene bereits im Juni ist und dass das Bienenvolk von diesem Zeitpunkt an abnimmt. Unsere Vorstellung war gewesen: Je wärmer es ist, desto besser ist es für sie und desto mehr Bienen gibt es auch im Volk.
Als nächstes muss man sich Gedanken machen, mit was man in die Imkerei staten möchte. Zur Auswahl stehen: Ableger, Kunstschwarm oder Wirtschaftsvolk.

Ein Ableger wird aus bebrüteten Waben, welche in einen neue Beute gehängt werden, gebildet. Preislich besteht ein Unterschied darin, ob man drei, vier oder fünf bebrütete Waben kauft. Es kommt halt drauf an, was man vor hat: Möchte man langsam mit dem Volk zusammen in die Imkerei hinein wachsen, sollte man mit einem oder zwei 3-Waben-Ableger beginnen. Je mehr Waben ein Volk besitzt, desto stärker ist es, wenn man es kauft und desto eher kann man auch im gleichen Jahr noch Honig ernten.
Der Kunstschwarm besteht nur aus Bienen und einer Königin (teilweise unbegattet). Dieser Schwarm wird in eine Beute gegeben, in welcher sich nur Rähmchen mit Mittelwänden oder Anfangsstreifen befinden. Die Bienen müssen dann ein Wabenwerk errichten, damit die Königin überhaupt irgendwo Eier hinein legen kann. 
Das Wirtschaftsvolk besteht aus einem kompletten Volk, aus dem keine Waben genommen wurden, sondern welches ausgewintert wurde und vom Vorbesitzer als Honigproduzent im Kaufjahr benutzt worden wäre. Wenn man sich ein Wirtschaftsvolk zulegt, kann man mit Sicherheit noch 1-2 Ablegen bilden, ohne dem Volk sichtlich zu schaden.

Und genau mit 2 solcher Wirtschaftsvölker wollten wir im Juli 2013 starten. Natürlich hatten wir gelesen, dass das Bienenjahr so gut wie vorbei ist, aber uns hat der Gedanke nicht los gelassen, unsere eigenen Völker im Garten stehen zu haben. Also haben wir uns auf die Suche nach Buckfast-Züchtern gemacht. Bei den Ersten paar Telefonaten hieß es einfach: Wir/Ich habe(n) keine mehr, erst wieder nächstes Jahr. Dann bin ich auf die Internet-Präsenz der Imkerei Lange gestoßen und habe kurz darauf mit Herrn Lange telefoniert. Er fragte mich, warum ich mich dieses Jahr überhaupt noch mit einem Volk belasten wolle, gerade bei Anfängern würden viele Fehler bei der Varroa-Behandlung gemacht und dann würde das Volk im schlimmsten Falle über den Winter zu Grunde gehen und ich hätte das Geld für 2 Wirtschaftsvölker umsonst aus gegeben. Er sagte mir, wenn ich drauf bestehe, könnte er mir noch 2 Völker besorgen, aber er riet mir definitiv vom jetzigen Kauf ab. Dies hat uns so begeistert, weil wir die Sache noch gar nicht von dieser Seite betrachtet hatten. Er hatte uns angeboten, 2 Wirtschaftsvölker für das Frühjahr 2014 zu reservieren, wir sollten aber noch mal in Ruhe drüber nach denken. Dies taten wir dann auch. Auch habe ich mich noch etwas intensiver mit der Imkerei Lange beschäftigt und durfte feststellen, dass Frau Lange tolle Monatshinweise auf ihrer Seite veröffentlicht hat. Sie gibt tolle Tipps und Hinweise, welche Arbeiten in welchem Monat verrichtet werden müssen. Auch ist das ganz toll bebildert und verständlich niedergeschrieben. Und so haben wir dann schlussendlich unsere 2 Wirtschaftsvölker für das Frühjahr 2014 bestellt.



Wir hoffen, ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest und wünschen euch noch schöne, verbleibende Feiertage.

Familie Fuchs



Freitag, 20. Dezember 2013

Die Erstausrüstung

Nachdem die ersten Kontakte geknüpft waren, wollten wir natürlich weiter voran schreiten. Wir waren hoch motiviert und wollten uns als nächstes um die Erstausrüstung kümmern.
Also haben wir uns erstmal zusammen gesetzt und haben uns überlegt, wie wir wohl am Besten beginnen. entweder man kauft ein relativ günstiges Starter-Paket, in welchem dann alles drin ist, was man für den Start benötigt oder man stellt sich alles selbst zusammen und kann mit dieser Methode natürlich erheblichen Einfluss auf die Qualität der Materialien und Werkzeuge nehmen.
Nach einigem hin und her haben wir uns dazu entschlossen, uns kein Komplett-Paket zu bestellen. Wir wollten alle Werkzeuge und Materialien in der für unsere Maßstäbe passenden Qualität.
Als erstes und wichtigstes: Die Beuten natürlich. Da Bienen normalerweise in Baumstämmen leben war es für uns keine Frage: Wir wollten Holzbeuten. Aber auch bei holz gibt es verschiedene Holzarten, wobei jede ihre Vor- und Nachteile hat. Es gibt Beuten aus Weymouthkiefer und aus Kiefer. Beide haben unterschiedliche Eigenschaften. Die Weymouthkiefer hat etwas größere Poren im Holz, wodurch die Zargen etwas leichter sind und auch eine etwas bessere Isolation gegen Kälte und Hitze haben. Der preisliche Unterschied bewegt sich bei ca. 10 - 20 Euro pro Beute und wurde von deshalb bewusst vernachlässigt.

Als nächstes folgte die Marktanalyse, in welcher ich die einzelnen Anbieter mit einander verglichen habe. Dies ist heutzutage glücklicherweise ziemlich einfach durch das Internet, da viele Händler ihre Produkte online anbieten und man kann sich einen ersten Überblick verschaffen. Zu diesem Zweck habe ich mir eine Tabelle erstellt in welcher ich mir die Preise, den Anbieter, die Versandkosten und (wenn bei dem Anbieter vorhanden) noch den Lieferumfang der Komplettbeute. Am Ende habe ich meine Liste auf 4 Anbieter zusammengestrichen: Bienen Ruck, Bienenweber, Bergwinkel-Werkstätten und Holtermann.
Als Anfänger fand ich es sehr schwer einen Überblick zu bekommen, was wirklich gebraucht wird und worin der Unterschied, der auf den ersten Blick gleichen Beuten, liegt. Festegetellt habe ich, dass Dadant-US nicht gleich Dadant-US ist. Jeder Hersteller kocht da so ein bißchen ein eigenes Süppchen. Wenn man dieses Jahr also seine Beuten von Händler A bestellt, nächstes Jahr von Händler B bedeutet das (leider) nicht, dass man die Rähmchen auch untereinander tauschen kann. Jeder Hersteller ändert eine Kleinigkeit an der Beute oder den Rähmchen um sie inkompatibel zum System der Konkurrenz zu machen.
Aus diesem Grund rate ich jedem, der mit der Imkerei anfängt: Fahrt zu den Händlern hin (macht nen Ausflug mit der Familie draus, wenn es weiter weg sein sollte. Denn meistens ist es so, dass ihr euch an einen Händler (mehr oder weniger) bindet. Ihr könnt natürlich jedes Jahr bei nem anderen Anbieter kaufen, aber damit werdet ihr nicht glücklich werden, denn meistens sind die Systeme eben nicht ganz kompatibel und hier oder da klemmt oder hakt etwas.

Uns hat das Konzept von Bienen Ruck überzeugt, es ist komplett, übersichtlich und auch Anfänger sehen sofort, was in dem Paket drin ist und was noch benötigt wird. Die Qualität ist das Beste, was wir bei den Besuchen der vieschiedenen Händler vorgefunden haben. Die Beute ist sehr hochwertig gearbeitet, der Boden ist aus Hartholz, was Sinn macht, weil das Hartholz nicht so empfindlich gegen nässe ist und der Beute ja auf dem Boden, einer Palette oder Steinen stecht. Der Deckel ist direkt aus Metall, er muss also nicht noch extra dazu bestellt werden. Herr Ruck war für uns immer erreichbar, hat versucht jedes unserer kleinen Problemchen zu erklären und stand uns auch nach dem Kauf noch helfend zur Seite.
Zu seiner Dadant-Beute gibt es einen schönen Flyer, den man auch als Übersicht nehmen kann, wenn man bei einem anderen Shop bestellen möchte, nur zur Übersicht, damit nichts vergessen geht ;-)

Hier habe ich mal unsere erste Bestellung nieder geschrieben:

2 Stück Dadant-Beute Komplett bestehend aus jeweils
             1 Boden mit Varroaschub, mit Sommer & Winterfluglochkeil
             1 Wärmebrett
             1 Anflugbrett
             1 Brutraumzarge
             3 Honigraumzarge
             1 Innendeckel
             1 Dämmplatte für Innendeckel
             1 Blechdeckel
             1 Absperrgitter im Holzrahmen
1 Paar Lederhandschuhe
1 Stück Imkerbluse
30 kg Futter-Sirup
1 Stück Sonnenwachsschmelzer
1 Stück Smoker
1 Stück Nassenheider Verdunster professional (2 Stück in einer Verpackungseinheit)
5 kg Ameisensäure 60%
1 Stück Abkehrbesen
2 Stück Dadant Fütterer komplett
2 Stück Dadant Schied für Brutraum
1 Stück Dadant Holzrahmen mit 2 Bienenfluchten und Sperrholzplatte
2 Stück Dadant Abdeckfolie 480x480 mm
30 Stück Dadant Brutraumrähmchen nach Beer
80 Stück Dadant Honigraumrähmchen nach Beer

Den Futter-Sirup habe ich aus Vorsicht mal mit bestellt, denn ich weiß nicht, wie das Wetter sein wird, wenn wir unsere ersten 2 Völker im März bekommen. Da bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen und habe einen Kanister bestellt, wenn wir es nicht brauchen, haben wir schon einen Teil für die Einfütterung im Herbst.
Geärgert habe ich mich über mich selbst im nachnein, dass ich nicht gleich 2 Holzrahmen mit Bienenfluchten bestellt habe, ich denke bei der Honigernte sollte man beide Völker gleichzeitig ernten. Diesen werden wir also mit der nächsten Bestellung im Januar 2014 mit bestellen.

Bei aller Begeisterung für den Händler waren wir ziemlich enttäuscht über die Tatsache, dass wir keine pestizidfreien Mittelwände im Shop gefunden haben. Ein Anruf brachte klarheit: Pestizifrei gibt führt er leider nicht.
Diese haben wir dann (pestizifrei) bei Bienenweber bestellt:

4 kg Mittelwände Dadant Brutraum
8 kg Mittelwände Dadant Honigraum

Im nachhinein musste ich feststellen, dass es viel zu viel waren. Für einen Brutraum braucht man ziemlich genau 1 kg (wenn man ein bis zwei Baurahmen in die Beute hängt). In den 3 Honigräumen braucht man 2 kg. Zu unserem Leidwesen mussten wir auch hier wieder feststellen, dass die Händler untereinander nicht kompatibel sind: Die bestellten Mittelwände waren 1 - 2 cm zu hoch. Das macht aber nichts, man kann sie ganz einfach mit einem Teppichmesser abschneiden.

Nachdem die bestellten Artikel alle eingetroffen waren, haben wir natürlich sofort angefangen, die Zargen auf einander zu stellen, zu gucken und zu spielen. Wir waren mächtig stolz, was man auf diesen Bildern unmissverständlich erkennen kann:

Leider haben ich vergessen, dass man im Brutraum Abstandshalter in Form von Pilzköpfen für die Rähmchen haben sollte, damit keine Bienen zerdrückt werden, wenn man die Waben zieht oder verschiebt. Diese haben dann noch in einer Bestellung mit ein paar anderen Kleinigkeiten bestellt:

100 Stück Seitenabstandsstifte, 5mm vernickelt
200 Stück Seitenabstandsstifte, 7mm Abstand für Dadant-Rähmchen
5 Stück Honig-Eimer für 25kg, Kunststoff
1Stück Schlupfschleier mit Distanzreifen
1 Stück Imkerhut

Den 2. Imkerhut haben wir bestellt, weil meiner Frau der Erste nicht soooo gut gefallen hat, sie hatte etwas anderes erwartet. Jetzt haben wir den zuerst bestellten für unseren Tobias vorgesehen und meine Frau benutzt den 2, der gefällt ihr etwas besser. Ebenfalls haben wir schon ein paar Honigeimer zur Vorbereitung mit geordert.

Die Zargen haben wir nach dem "spielen" wieder ab gebaut und sicher bis nächstes Jahr in unserem Gartenhaus verstaut.
Ebenfalls haben wir uns Gedanken dazu gemacht, ob wir die Beuten mit einer Lasur, Farbe oder ähnlichem behandeln. Wir haben uns belesen und auch mit ein paar Imkern gesprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir die Beuten unbehandelt lassen. Anderen Imkern nach sollen unbehandelte Beuten ca. 15 - 20 Jahre halten, dies ist für uns absolut akzeptabel. Es geht bei unserer Entscheidung nicht um die Arbeit oder die Kosten, die durch einen Anstrich entstehen, wir denken vielmehr, dass Holz ein Naturprodukt ist, welche eine natürlich Diffusion von feuchtigkeit ermöglicht. Außerdem wollen wir die Bienen mit keinen evtl. noch ausgasenden Farben oder ähnlichem Belästigen, die Bienchen sind schon genug gestraft mit Varroa und PSM (PflanzenSchutzMitteln).

Zusätzlich haben wir uns zur Vorbereitung und zur Beschäftigung während der kalten Jahreszeit diese 3 Bücher gekauft:

Dr. Gerhard Liebig - Einfach Imkern
Bruder Adam - Meine Betriebsweise
Anette & Günther Seifried - Imkern mit angepasstem Brutraum

Auf diese werde ich in einem meiner nächsten Berichte ein gehen.


Viele Grüße und Frohe Weihnachten wünschen ich euch allen


Familie Fuchs



PS: Und lasst euch reich beschenken.